Diese Seite verwendet Cookies um die Nutzererfahrung zu ermöglichen und zu verbessern. Details dazu und zum Datenschutz finden Sie hier

Der Handelstag
Der Handelstag - Ruhiger Handel, keine Richtung

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
28.04.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute weitgehend richtungslos und verharrte in einem engen Preiskorridor. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE bewegte sich über den gesamten Handelstag hinweg zwischen 91,65 und 92,50 EUR/MWh und bestätigte damit die aktuell sehr verhaltene Marktstruktur. Auffällig war ein wiederkehrendes intraday Muster mit erhöhter Nachfrage in den frühen Handelsstunden sowie am Vormittag, gefolgt von einer nachlassenden Aktivität und leichten Abwärtsbewegung im weiteren Verlauf, wie am Gasmarkt. Der Markt vermittelte insgesamt den Eindruck fehlender Überzeugung, da sich keine einheitliche Marktmeinung durchsetzen konnte. Trotz zwischenzeitlicher Aufwärtsimpulse blieb ein nachhaltiger Ausbruch aus der engen Handelsspanne aus. Am Nachmittag notierte der Kontrakt bei rund 91,75 EUR/MWh und damit leicht oberhalb des Eröffnungsniveaus, jedoch klar unterhalb des Tageshochs.

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt zeigte sich ein ähnliches Bild mit zunächst festeren Notierungen zur Eröffnung, bevor im Tagesverlauf eine leichte Abschwächung einsetzte. Der Frontjahreskontrakt 2027 startete oberhalb des Vortagesniveaus und stieg im frühen Handel bis auf 37,70 EUR/MWh an. Im weiteren Verlauf gab der Preis jedoch nach und fiel unter das Eröffnungsniveau zurück auf aktuell rund 36,73 EUR/MWh. Insgesamt bleibt die Bewegung begrenzt und spiegelt die derzeit sehr ruhige Marktphase wider. Gleichzeitig wird am Markt zunehmend diskutiert, dass bestehende geopolitische Risiken, insbesondere im Zusammenhang mit Iran und globalen LNG-Strömen, aktuell nur unzureichend eingepreist sind. Einzelne Ereignisse wie potenzielle Streiks in australischen LNG-Anlagen könnten jederzeit zu kurzfristigen Risikoaufschlägen führen, werden derzeit jedoch ausgeblendet.

Der CO₂-Markt präsentierte sich stabil und setzte seine Seitwärtsbewegung der vergangenen Tage fort. Die Preise hielten sich konstant im Bereich um 75 EUR/t und bewegten sich auch heute nur in einer engen Spanne. Mit einem aktuellen Niveau von rund 75,46 EUR/t zeigt sich der Markt gut etabliert, ohne klare Impulse in die eine oder andere Richtung. Die geringe Volatilität unterstreicht die aktuell abwartende Haltung der Marktteilnehmer.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein deutlich differenzierteres Bild mit zunehmender Volatilität. Während die Windeinspeisung zunächst zurückgeht, sorgt insbesondere die hohe PV-Erzeugung für starken Preisdruck in den Mittagsstunden. In beiden Preiszonen stellen sich neg. Preise ein. Für die kommenden Tage wird weiterhin mit sehr hoher PV-Leistung gerechnet, mit Spitzenwerten von bis zu 48 GW, was den Preisdruck in den Mittagsstunden aufrechterhalten dürfte. Die negativen Preise treten dabei vor allem in den Mittagsstunden auf und erreichen in Deutschland Tiefstwerte von bis zu -35,47 EUR/MWh sowie in Österreich von bis zu -20,00 EUR/MWh, was das deutliche Überangebot durch die hohe PV-Einspeisung unterstreicht.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
• Deutschland: 70,65 EUR/MWh
• Österreich: 81,58 EUR/MWh