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Der Handelstag
Der Handelstag - Preise stabil

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
23.04.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute insgesamt stabil mit zwischenzeitlicher Schwäche im Tagesverlauf. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE startete fest in den Handel und stieg am Morgen dynamisch bis auf 92,73 EUR/MWh an. In der Folge konnte sich das höhere Niveau jedoch nicht weiter behaupten, sodass der Markt in eine Seitwärtsbewegung überging. Zur Mittagszeit setzte eine leichte Korrektur ein. Aktuell notiert der Kontrakt bei 91,86 EUR/MWh und liegt damit weiterhin über dem Eröffnungsniveau von 91,19 EUR/MWh, was die grundsätzlich stabile Verfassung unterstreicht. Fundamental wirkten schwächere Konjunktursignale sowie ein nachgebender CO₂-Preis zwar preisdämpfend, entfalteten jedoch nur begrenzte Wirkung. Ausschlaggebend bleibt weiterhin der Gasmarkt, der durch geopolitische Entwicklungen dominiert wird und dem Strommarkt Stabilität verleiht. Der Markt wartet aktuell ab, doch solange keine zusätzlichen physischen Mengen verfügbar werden, bleibt das Aufwärtspotenzial intakt. 

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt rückte erneut die geopolitische Lage in den Fokus. Zusätzliche LNG-Nachfrage aus Asien sorgt für Unterstützung, insbesondere da Länder wie Pakistan kurzfristig Spotmengen beschaffen - zu sehr hohen Preisen. Hintergrund sind anhaltende Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt sowie stockende Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.
Das Lieferjahr 2027 eröffnete bei 36,38 EUR/MWh, stieg im Tagesverlauf auf 37,26 EUR/MWh und notiert nach einem volatilen Handelstag aktuell bei 36,65 EUR/MWh. Damit bleibt Gas auf erhöhtem Niveau stabilisiert und liefert weiterhin einen zentralen Unterstützungsimpuls für den Strommarkt.
Der CO₂-Markt zeigte sich hingegen gestern schwächer. Nach einem Anstieg auf 75,07 EUR/t gab der Preis im Verlauf nach und pendelte sich zuletzt bei 74,86 EUR/t ein. Belastend wirkten insbesondere schwache Konjunkturerwartungen und die Unsicherheit. Insgesamt fehlt dem CO₂-Markt aktuell die Dynamik, wodurch unterstützende Impulse für den Strommarkt begrenzt bleiben.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein deutlich anderes Bild mit starkem Einfluss erneuerbarer Einspeisung. Deutschland liefert wieder die Rekordwerte: die Photovoltaik erreicht in den Mittagsstunden Spitzenwerte von rund 48.000 MWh und dürfte in den kommenden Tagen sogar auf bis zu 50.000 MWh ansteigen. Gleichzeitig nimmt auch die Windeinspeisung bis in die Nacht hinein deutlich zu und überschreitet 25.000 MWh. Diese hohe Einspeisung führt zu spürbarem Preisdruck und resultiert in mehreren Stunden mit negativen Preisen. Tiefstwert in DE -39,5 EUR/MWh und in AT -39,27 EUR/MWh. Die Day-Ahead Auktion bestätigt dieses Bild mit vergleichsweise moderaten Durchschnittspreisen trotz der starken Volatilität innerhalb des Tagesverlaufs.
 

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
• Deutschland: 76,11 EUR/MWh
• Österreich: 77,66 EUR/MWh

 

Stand: 15:53 Uhr