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Der Handelstag
Der Handelstag - Seitwärts

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
08.06.2026

Terminmarkt

Geopolitik stützt Energiepreise

Terminmarkt

Der Terminmarkt zeigte sich heute fest. Stand der Erstellung um 15:50 Uhr notierte der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE bei 94,82 EUR/MWh und lag damit rund 0,42 Prozent über dem Vortagesschluss. Der Handel wurde klar von der eskalierenden Gewalt im Iran geprägt. Die geopolitische Risikoprämie stützte den gesamten Energiekomplex und sorgte bereits zur Eröffnung für feste Preise. Im Tagesverlauf bewegte sich der Kontrakt weitgehend seitwärts rund um die Marke von 95 EUR/MWh. Die Handelsspanne blieb mit einem Tief bei 94,45 EUR/MWh und einem Hoch bei 95,45 EUR/MWh eng, was auf eine abwartende, aber weiterhin gut unterstützte Marktlage hindeutet. Technisch bleibt der Bereich um 95 EUR/MWh damit kurzfristig richtungsweisend.

Erdgas und LNG

Am Gasmarkt setzte sich die feste Tendenz heute fort. Das Lieferjahr 2027 notierte zuletzt bei rund 37,65 EUR/MWh. Der Frontmonat stieg im laufenden Handel zunächst über 51,40 EUR/MWh, korrigierte nach Mittag jedoch wieder knapp unter die Marke von 50 EUR/MWh und lag zuletzt bei 49,77 EUR/MWh. Haupttreiber bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten. Die iranische Kriegsstrategie, die Region weiter zu destabilisieren, hält die Risikoprämien im Markt hoch. Gleichzeitig steigen die LNG Lieferungen nach Europa, insbesondere aus den USA, was kurzfristig entlastend wirkt. Dennoch nehmen die Sorgen um mögliche Angebotsknappheiten wieder zu. Eine Hitzewelle in Europa und Asien würde sich entlang der gesamten Kraftwerkskette deutlich bemerkbar machen, da zusätzlicher Kühlbedarf und höhere Stromnachfrage den Gaseinsatz in der Stromerzeugung erhöhen könnten. Fundamental bleibt Gas damit gut unterstützt.

CO₂

Der CO₂ Markt zeigte sich heute vergleichsweise verhalten. Der EUA Preis fiel zu Handelsbeginn zunächst zurück, konnte sich im weiteren Verlauf jedoch wieder in Richtung des Eröffnungskurses erholen. Zuletzt notierte CO₂ bei 76,93 EUR/t und damit leicht unter dem Vortagesschluss. Die Handelsspanne zwischen 76,08 EUR/t und 77,01 EUR/t unterstreicht die abwartende Seitwärtsbewegung. Marktteilnehmer halten sich derzeit zurück, da die Impulse aus dem Brennstoffeinsatz und vom Terminmarkt zwar unterstützend wirken, gleichzeitig aber keine klare Anschlussbewegung erkennbar ist. Kurzfristig dominiert damit eine stabile, aber wenig dynamische Tendenz.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt beziehen sich die heutigen Auktionsergebnisse auf den Liefertag morgen, den 09.06.2026. Für morgen wird der stärkste Wochentag hinsichtlich der Einspeisung aus erneuerbaren Energien erwartet. Sowohl die Windproduktion als auch die Photovoltaik Einspeisung legen zu. Das wirkt preisbegrenzend. In den darauffolgenden Tagen deutet sich ein Wetterwechsel an. Am Mittwoch und Donnerstag wird zunächst weniger Wind erwartet, bevor am Donnerstag wieder mehr Wind, aber weniger Photovoltaik in den Prognosen sichtbar wird.

In Deutschland liegt der Day Ahead Basepreis für morgen bei 96,87 EUR/MWh. Die niedrigste Viertelstunde liegt bei 0,09 EUR/MWh, die höchste bei 162,52 EUR/MWh. Daraus ergibt sich ein sehr hoher Spread von 162,43 EUR/MWh. Negative Preise treten nicht auf, dennoch zeigt das extrem niedrige Minimum, dass die hohe Einspeisung aus Wind und Photovoltaik einzelne Stunden deutlich entlastet. 

In Österreich fällt der Markt erneut fester aus. Der Day Ahead Basepreis liegt bei 113,45 EUR/MWh. Die niedrigste Viertelstunde beträgt 16,86 EUR/MWh, die höchste 162,47 EUR/MWh. Der Spread liegt damit bei 145,61 EUR/MWh. Auch in Österreich treten keine negativen Preise auf. Die deutlich höhere Base gegenüber Deutschland zeigt jedoch, dass regionale Knappheiten und strukturelle Faktoren weiterhin preistreibend wirken.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 96,87 EUR/MWh

Österreich: 113,45 EUR/MWh