Terminmarkt
Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE 2027 eröffnete schwächer und fiel zunächst auf 76,20 EUR/MWh zurück. Im Tagesverlauf sorgte vor allem der festere CO₂-Markt für einen zwischenzeitlichen Impuls nach oben, wodurch ein Hoch bei 78,15 EUR/MWh erreicht wurde. Am Nachmittag drehte die Stimmung jedoch erneut: Mit dem Einbruch am Gasmarkt geriet auch der Stromterminmarkt unter Druck und korrigierte bis auf 76,62 EUR/MWh. Insgesamt bleibt das Bild kurzfristig unentschlossen.
Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt präsentierte sich das Lieferjahr 2027 zum Handelsstart schwach bei engem Handelskorridor. Zwischenzeitlich kam es zu einer Erholung in Richtung Eröffnungsniveau, bevor am Nachmittag erneut Verkaufsdruck einsetzte und die Notierungen auf etwas über 26 EUR/MWh nachgaben. Vorerst dürfte sich der Markt auf diesem Niveau stabilisieren, solange neue fundamentale Impulse ausbleiben. In Deutschland nimmt die Diskussion um die zukünftige Speicherbefüllung langsam Fahrt auf – ein möglicher politischer Einfluss sollte dabei nicht unterschätzt werden. Der Frontmonat bewegte sich zunächst seitwärts, rutschte im Zuge der Nachmittagskorrektur jedoch wieder unter die Marke von 30 EUR/MWh und notierte zuletzt bei 29,90 EUR/MWh. Die Temperaturprognosen zeigen für weite Teile Europas moderate Werte, mit Ausnahme Osteuropas.
Der CO₂-Markt konnte sich hingegen erholen. Die Abwärtsbewegung vom Vortag erwies sich als überzogen, woraufhin Marktteilnehmer das niedrigere Niveau für Käufe nutzten. Der EUA-Kontrakt eröffnete bei 69 EUR/t, stieg im Tagesverlauf zeitweise auf über 71 EUR/t und notierte zuletzt bei 70,50 EUR/t. Mit dem erneuten Überschreiten der Marke von 70 EUR/t hat sich das kurzfristige technische Bild aufgehellt.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt bleibt das Preisniveau erhöht. Für den morgigen Liefertag wird eine geringe Windeinspeisung erwartet, während die PV-Erzeugung zwar leicht zunimmt, den Windrückgang jedoch nicht kompensieren kann. Entsprechend bleibt die Residuallast hoch und stützt die Preise. Frankreich profitiert bereits von einer aufziehenden Windfront, die erst am Donnerstag Deutschland und Österreich erreichen soll. Der durchschnittliche Day-Ahead-Preis in Frankreich liegt morgen bei 29,60 EUR/MWh.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
• Deutschland: 114,15 EUR/MWh
• Österreich: 122 EUR/MWh
Die begrenzte Windeinspeisung bleibt der dominierende Preistreiber, während die in Aussicht stehende Windfront erst in den kommenden Tagen für mögliche Entlastung sorgen dürfte.