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Der Handelstag
Der Handelstag - Preise unter Druck

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
16.02.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt startete schwächer in die neue Woche. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE geriet zum Wochenauftakt unter Druck, nachdem insbesondere von der Brennstoff- und CO₂-Seite belastende Impulse ausgingen. Sowohl fallende EUA-Preise als auch ein nachgebender Gasmarkt wirkten dämpfend auf die Stromnotierungen. Das Marktumfeld zeigt sich damit kurzfristig weicher, nachdem in der Vorwoche noch eine stabilere Tendenz dominierte.

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt standen weniger geopolitische Entwicklungen als vielmehr die Wetterprognosen im Mittelpunkt. Die aktuellen Modelle drehen deutlich ins Plus: Für die kommende Woche werden in weiten Teilen Europas Temperaturen klar über der Norm erwartet. Entsprechend gab der Markt nach. Das Frontjahr 27 notierte deutlich unter dem Eröffnungsniveau von 26,70 EUR/MWh, fiel zwischenzeitlich auf 26,25 EUR/MWh und pendelte sich zuletzt bei rund 26,40 EUR/MWh ein. Der Frontmonat zeigte sich ebenfalls seitwärts bis leicht schwächer bei rund 31 EUR/MWh. Insgesamt sorgt der mildere Temperaturausblick für Entspannung.

Der CO₂-Markt konnte einen kurzen Eröffnungsimpuls nicht halten und baute im Tagesverlauf spürbar ab. Die EUA notierte am Nachmittag bei 68,65 EUR/t und damit deutlich unter der Marke von 70 EUR/t. Aussagen aus der Politik - Kanzler Merz -  sowie verstärktes Lobbying seitens der Industrie auf die EU Kommission setzten die Preise zusätzlich unter Druck. Die Tendenz bleibt kurzfristig abwärtsgerichtet. Marktteilnehmer richten den Blick nun auf die anstehenden Veröffentlichungen der Börsendaten zur Wochenmitte, um die Nachhaltigkeit der Bewegung besser einschätzen zu können.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt bleiben die Preise tgut unterstützt. Hintergrund ist eine deutlich unterdurchschnittliche Windeinspeisung, die rund 7–8 GW unter der Norm liegt. Entsprechend steigt die Residuallast spürbar an und stabilisiert das Preisniveau.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:


• Deutschland: 109,48 EUR/MWh
• Österreich: 116,80 EUR/MWh

Ausblick: während die laufende Woche noch Temperaturen von rund 1,0 bis 1,5 Grad unter der Norm aufweist, werden für die kommende Woche Werte von rund 2,2 Grad über dem saisonalen Durchschnitt erwartet. Dies könnte mittelfristig dämpfend auf Nachfrage und Brennstoffpreise wirken, kurzfristig bleibt jedoch die geringe Windeinspeisung der dominierende Preistreiber.