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Der Handelstag
Der Handelstag - Extrem neues Normal?

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
25.06.2026

Terminmarkt

Der Terminmarkt zeigte sich heute in einer sehr dünnen Marktlage leicht schwächer, blieb aber grundsätzlich gut unterstützt. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE handelte zuletzt bei 92,40 EUR/MWh und lag damit rund 0,47 Prozent unter dem vorherigen Schlusskurs. Im Tagesverlauf bewegte sich der Kontrakt zwischen 92,32 EUR/MWh und 93,09 EUR/MWh. CO₂ lieferte dabei einen klar stützenden Impuls und hielt den Stromterminmarkt auf Kurs, während Erdgas langsam etwas Druck herausnahm. Insgesamt agieren die Marktteilnehmer weiter abwartend, da sich fundamental seit Wochen nur wenig verändert hat. Die Lage im Persischen Golf bleibt unverändert undurchsichtig, gleichzeitig zeigt die aktuelle Wetterlage sehr deutlich, wie stark Wetterextreme inzwischen auf Erzeugung, Nachfrage und Risikoprämien wirken.

Erdgas und LNG

Am Gasmarkt setzte sich heute eine leichte Entspannung durch. Das Lieferjahr 2027 fiel auf 33,84 EUR/MWh und gab damit um rund 1,00 Prozent nach. Der Frontmonat Jul 26 lag zuletzt bei 40,32 EUR/MWh und zeigte ebenfalls deutlichen Druck. Der Markt geht zunächst von einer schrittweisen Normalisierung der Lage aus, was sich insbesondere im Rückgang des Cal 27 widerspiegelt. Fundamental bleibt das Bild jedoch nicht frei von Risiken. Die Speicherentwicklung liegt im Fünfjahresvergleich bisher nur leicht über dem Durchschnitt, während die geopolitische Lage rund um den Persischen Golf weiter schwer einzuschätzen ist. Diskussionen zwischen Iran und Katar über die Durchfahrt sowie offene Fragen zur Schifffahrt halten die Unsicherheit hoch. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Schiffe langsam wieder zu, was marktpsychologisch beruhigend wirkt.

CO₂

Der CO₂ Markt zeigte sich heute eindeutig fester. Der EUA Dez 26 Kontrakt stieg auf 81,65 EUR/t und legte damit um 0,87 EUR/t beziehungsweise 1,07 Prozent zu. Im Tagesverlauf wurde ein Hoch von 82,06 EUR/t erreicht, während das Tief bei 80,86 EUR/t lag. Damit bleibt CO₂ ein zentraler Stützungsfaktor für den Stromterminmarkt. Die Bewegung unterstreicht, dass der Markt trotz dünner Liquidität bereit ist, Wetterrisiken und höhere thermische Erzeugungserwartungen einzupreisen. Weitere Details zur Entwicklung im CO₂ Markt folgen in unserer Spezialrubrik CO₂mpass - alles zum CO2 Handel .

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt zeigen sich für morgen erneut Spitzenwerte. In Deutschland liegt der Day Ahead Base Preis bei 135,11 EUR/MWh, in Österreich bei 132,11 EUR/MWh. Negative Preise treten für morgen nicht auf. Die niedrigste Viertelstunde liegt in Deutschland bei 28,54 EUR/MWh, die höchste bei 406,17 EUR/MWh. Daraus ergibt sich ein Spread von 377,63 EUR/MWh. In Österreich reicht die Spanne von 13,38 EUR/MWh bis 371,10 EUR/MWh, der Spread beträgt damit 357,72 EUR/MWh.

Preistreibend wirkt vor allem die angespannte Wetterlage. Vor allem Frankreich und Belgien stehen unter deutlichem Hitzedruck, in Frankreich muss die AKW-Produktion spürbar reduziert werden. Gleichzeitig liegt die Windeinspeisung rund 8 GW unter der Norm. Die Photovoltaik dämpft zwar in den Spitzenzeiten die Nachfrage, kann die hohen Abend und Morgenpreise jedoch nicht verhindern. In Österreich kommt zusätzlich eine außergewöhnlich schwache Wasserkraftlage hinzu, wodurch der Markt regional besonders angespannt bleibt. Die Hitze dürfte noch bis Mitte nächster Woche anhalten, bevor ein Wetterwechsel möglich wird. Gleichzeitig zeigen die Modelle bereits Hinweise auf eine weitere mögliche Hitzewelle ab Samstag, dem 4. Juli. Damit bleibt der kurzfristige Strommarkt klar wettergetrieben und anfällig für weitere Preisspitzen.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 135,11 EUR/MWh
Österreich: 132,11 EUR/MWh