Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!
Terminmarkt
Am Stromterminmarkt war heute insgesamt wenig Aktivität zu beobachten. Der Leitkontrakt für das Kalenderjahr 2027 handelte rund bei 92,75 EUR pro MWh. Der Markt bewegte sich damit am Tagestief, nachdem der Handel bei 93,35 EUR pro MWh eröffnet hatte und im Hoch 93,45 EUR pro MWh erreichte.
Im Mittelpunkt standen weiter die geopolitischen Risiken rund um die Krise am Persischen Golf, allerdings ohne neue Eskalationsimpulse. Das dominierende Thema blieb die Hitze. Besonders die kommenden Liefermonate spiegeln die Wetterprämie deutlich wider. Juli handelte bei 96,42 EUR pro MWh, August bei 98,00 EUR pro MWh und September bereits bei 104,00 EUR pro MWh. Damit bleibt die vordere Kurve stark von hoher Kühlungsnachfrage, knapperer thermischer Flexibilität und der Erwartung weiter überdurchschnittlicher Temperaturen geprägt.
Erdgas und LNG
Am Gasmarkt wurden heute Risikopositionen vorsichtig abgebaut. Der Kontrakt für das Lieferjahr 2027 lag am Nachmittag bei 34,43 EUR pro MWh und verlor damit 1,13 Prozent gegenüber dem Vortag. Nach einem Handelsstart bei 34,94 EUR pro MWh fiel der Markt zeitweise bis auf 34,31 EUR pro MWh zurück.
Fundamental bleibt die Lage angespannt, aber weniger akut als in den vergangenen Handelstagen. Händler gehen zunehmend davon aus, dass weiterhin relevante Mengen durch die Straße von Hormus laufen. Die Risikoprämien werden deshalb langsam reduziert, jedoch nicht vollständig abgebaut. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Persischen Golf bleibt bestehen und verhindert einen stärkeren Preisrückgang.
CO₂
Der EUA Dezember 2026 Kontrakt zeigte sich heute fester, konnte die oberen Preisbereiche aber nicht nachhaltig überwinden. Am Nachmittag lag der Kontrakt bei 80,99 EUR pro Tonne und damit 0,28 EUR pro Tonne beziehungsweise 0,34 Prozent über dem Vortagesschluss. Im Tagesverlauf testete der Markt mit 81,87 EUR pro Tonne eine obere Preisgrenze, prallte dort jedoch ab und fiel wieder näher an das aktuelle Niveau oberhalb von 80 EUR pro Tonne zurück.
Die Marktteilnehmer agieren auch im CO₂ Markt abwartend. Einerseits stützen höhere Strompreise und die Hitzethematik die Emissionsrechte, andererseits fehlen klare Anschlusskäufe oberhalb der jüngsten Hochs. Der Markt bleibt damit technisch gut unterstützt, aber kurzfristig anfällig für Gewinnmitnahmen, sobald die Energiekomplexe keine zusätzlichen Aufwärtsimpulse liefern.
Spotmarkt und Allgemeines
Der Spotmarkt für den kommenden Liefertag, also morgen, bleibt außergewöhnlich teuer. In Deutschland ergab die Day Ahead Auktion einen Basepreis von 133,54 EUR pro MWh, in Österreich lag der Basepreis bei 132,95 EUR pro MWh. Damit bleiben beide Märkte auf einem sehr hohen Niveau und spiegeln die extreme Wetterlage in Westeuropa wider.
Die Hitze dominiert die Preisbildung. Temperaturen von rund acht bis neun Grad über der Norm erhöhen die Nachfrage deutlich, insbesondere durch Kühlung und eine insgesamt höhere Last in den Nachmittagsstunden. Gleichzeitig bleibt die Windproduktion trotz einer leichten Verbesserung für morgen weiterhin niedrig. Das zusätzliche Windangebot dämpft die Preise zwar etwas, reicht aber nicht aus, um die angespannte Versorgungslage und die hohe Nachfrage wesentlich zu entspannen.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
Deutschland: 133,54 EUR pro MWh
Österreich: 132,95 EUR pro MWh