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Der Handelstag
Der Handelstag - Angriff triggert Preisspitze

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
04.05.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute zunächst leicht fester, verlor jedoch im Vormittag an Dynamik. Der deutsche Leitkontrakt eröffnete bei 91,58 EUR/MWh und bewegte sich zunächst in einer engen Spanne ohne klare Impulse. Mit der Mittagsmeldung über einen Angriff auf ein US-Schiff durch den Iran setzte jedoch eine deutliche Reaktion ein. In der Folge zog der Markt spürbar an und erreichte im Tagesverlauf ein Hoch bei 93,00 EUR/MWh. Diese Bewegung war klar durch den parallel anziehenden Gasmarkt getrieben. Am Nachmittag beruhigte sich die Lage zwischenzeitlich, bevor sich der Preis wieder oberhalb von 92 EUR/MWh stabilisierte und seitwärts tendierte (92,42 EUR/MWh). Insgesamt zeigt sich, dass geopolitische Nachrichten aktuell als kurzfristiger Preistreiber dominieren, während die Marktaktivität zuvor eher verhalten war.

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt begann der Handelstag verhalten mit leicht positiven Tendenzen. Die aktuelle Nachrichtenlage wirkte zunächst belastend auf die Marktstimmung, ehe die konkrete Meldung zum Angriff auf das US-Schiff eine starke Aufwärtsbewegung auslöste. Das Juni-Produkt sprang deutlich von 46,15 auf 47,51 EUR/MWh. Auch der Leitkontrakt zeigte eine ähnliche Entwicklung: Nach einem Test der Unterstützung bei rund 37 EUR/MWh setzte eine Aufwärtsbewegung ein bis etwa 38 EUR/MWh. Im weiteren Verlauf pendelte sich der Preis bei rund 37,50 EUR/MWh-37,70 EUR/MWh ein, was weiterhin als zentrale Orientierungslinie seit Ende April fungiert. Insgesamt bleibt Gas durch geopolitische Risiken klar unterstützt.

Der CO₂-Markt entwickelte sich gegenläufig zum Gasmarkt. Nach einem festen Start und Preisen oberhalb von 74 EUR/t am Vormittag setzte am Nachmittag eine Abwärtsbewegung ein. Der Preis fiel auf das Niveau von knapp über 73 EUR/t zurück. Die geopolitischen Spannungen wirkten hier belastend, da Risikoaversion und Marktunsicherheit tendenziell Druck auf CO₂ ausüben. Kurzfristig zeigt sich somit ein schwächeres Bild im Vergleich zu den Brennstoffen.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt richtet sich der Blick auf den morgigen Liefertag. Die Einspeisung aus erneuerbaren Energien geht in den kommenden Tagen insgesamt zurück. Besonders auffällig ist der deutliche Rückgang der Photovoltaikleistung um rund 4 GW, während die Windeinspeisung nur leicht zunimmt. In den Mittagsstunden entsteht dadurch eine spürbare Angebotslücke, was die Preise entsprechend nach oben treibt. Negative Preise wurden jedoch nicht verzeichnet.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
• Deutschland: 128,73 EUR/MWh
• Österreich: 111,97 EUR/MWh