Stand: heute, 15:47 Uhr
Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute leicht schwächer und insgesamt richtungslos. Der deutsche Leitkontrakt bewegte sich in einem Preiskorridor zwischen 91,67 und 92,90 EUR/MWh und tendierte im Tagesverlauf südwärts. Nach einer Eröffnung bei 92,90 EUR/MWh konnte sich das Niveau nicht halten, sodass der Kontrakt sukzessive nachgab - aktuell bei 91,95 EUR/MWh. Die Handelsaktivität blieb insgesamt sehr gering, was vor allem auf die bevorstehende Feiertagsperiode und eine entsprechend abwartende Marktteilnahme zurückzuführen ist.
Auffällig ist jedoch, dass der Spotmarkt mit massiven Verwerfungen bereits deutlich unter Druck steht und dieses Signal mittelfristig auch in den Terminmarkt einfließen dürfte. Kurzfristig wird das Preisniveau weiterhin durch geopolitische Unsicherheiten gestützt, während die Orientierung stark am Gasmarkt bleibt. Insgesamt fehlt es heute klar an Impulsen.
Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt dominierte heute ebenfalls eine abwartende Haltung. Die fundamentale Lage bleibt stabil, insbesondere durch eine aktuell komfortable LNG Versorgung sowie unterstützende Wetterbedingungen für die Speicherbefüllung. Sollte diese Konstellation bestehen bleiben, dürfte sich der Einspeicherpfad weiterhin positiv entwickeln. Gleichzeitig beginnt jedoch erst der Wettbewerb Europas mit Asien um zusätzliche Gasmengen, was perspektivisch wieder preisstützend wirken kann.
Der Lieferkontrakt für das Jahr 2027 gab heute um rund 1 EUR/MWh nach und fiel auf etwa 37,60 EUR/MWh zurück. Dabei wurde mit 37,60 EUR/MWh ein neues Tagestief markiert, während sich bei rund 36,40 EUR/MWh eine wichtige Unterstützungszone abzeichnet.
Am CO₂ Markt zeigte sich zunächst eine schwächere Tendenz, bevor im Tagesverlauf eine Stabilisierung einsetzte. Nach einem Rückgang bis auf 72,57 EUR/t konnte der Markt die wichtige Marke von 73 EUR/t zurückerobern und notierte am Nachmittag wieder fester bei rund 73,82 EUR/t. Insgesamt bleibt der Markt damit stabil mit leicht aufwärtsgerichteter Tendenz auf niedrigeren Niveaus.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein außergewöhnlich schwaches Bild mit massiven Preisverwerfungen. Die Preise erreichen in mehreren Stunden die technischen Untergrenzen und spiegeln eine extreme Überversorgung wider. Der Baseload liegt in Deutschland bei -2,08 EUR/MWh und in Österreich bei -0,02 EUR/MWh. Besonders auffällig sind die extremen Preisspannen innerhalb des Tages. In Deutschland reicht die Bandbreite von -499,99 EUR/MWh bis 232,99 EUR/MWh, was einem Spread von 732,98 EUR/MWh entspricht. In Österreich ergibt sich mit -498,65 EUR/MWh bis 220,32 EUR/MWh ein Spread von 718,97 EUR/MWh.
Diese extremen negativen Preise sind vor allem auf eine Kombination aus sehr hoher erneuerbarer Einspeisung und gleichzeitig schwacher Nachfrage infolge des Feiertags zurückzuführen. Die Systeme stoßen dabei zeitweise an ihre operativen Grenzen, was die starken Ausschläge zusätzlich verstärkt. Für das Wochenende ist davon auszugehen, dass dieses niedrige Preisniveau bestehen bleibt und sich teilweise sogar noch ausweitet.
Abschluss
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
Deutschland: -2,08 EUR/MWh
Österreich: -0,02 EUR/MWh