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Der Handelstag
Der Handelstag - Abwarten trotz Gasrisiken

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
24.03.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt präsentierte sich heute in einer klar abwartenden Haltung. Nach den deutlichen Schwankungen der Vortage bewegte sich der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE in einer leicht abwärtsgerichteten Seitwärtsphase und notierte am Nachmittag bei rund 97,12 EUR/MWh. Die Handelsspanne fiel mit einem Tageshoch von 99,03 EUR/MWh und einem Tief bei 96,45 EUR/MWh im Vergleich zu den vergangenen Tagen spürbar enger aus. Inhaltlich dominieren weiterhin Erwartungen an eine mögliche geopolitische Entspannung, insbesondere ausgehend von den USA, während die Lage im Nahen Osten insgesamt unsicher bleibt. Der Strommarkt orientierte sich dabei weitgehend an den Vorgaben von Erdgas und CO₂ und entwickelte keine eigenständigen Impulse. Gleichzeitig signalisiert der Spotmarkt für morgen mit deutlich steigender Windeinspeisung ein kurzfristig entspannteres Fundament, was zusätzlichen Druck auf die Frontmonate und Quartalsprodukte ausübt.

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt zeigte sich heute ein ruhiger, aber fundamental unterstützter Handel. Das Lieferjahr 2027 notierte schwächer und lag am Nachmittag bei rund 43,70 - 44 EUR/MWh, deutlich unter den Niveaus der Vortage. Kurzfristig bleibt das Aufwärtspotenzial jedoch bestehen: Die kommende kalte Witterung in Europa dürfte die Speicherentnahmen weiter erhöhen, was bislang noch nicht vollständig eingepreist ist. Gleichzeitig steht Europa weiterhin im Wettbewerb mit Asien um LNG-Lieferungen, was strukturell preistreibend wirkt. Zusätzliche Unsicherheit bringt die Meldung von QatarEnergy über Force Majeure bei Teilen langfristiger LNG-Lieferverträge. Insgesamt verharrt der Markt in einer beobachtenden Haltung, mit klaren Aufwärtsrisiken.
Der CO₂-Markt zeigte sich heute deutlich fester. Nach einem schwächeren Start bei 69,46 EUR/t stiegen die EUA-Preise im Tagesverlauf wieder über die Marke von 71 EUR/t und konnten sich dann über der 70 EUR/t Marke stabilisieren. Unterstützend wirkten eine aktivere Positionierung physischer Marktteilnehmer. Insgesamt signalisiert der Markt eine wieder zunehmende Stärke, wobei die Veröffentlichung neuer Börsendaten kurzfristig zusätzliche Impulse liefern dürfte.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein klar zweigeteiltes Bild. In Deutschland führt eine sehr hohe Windeinspeisung bei gleichzeitig nur moderater PV-Erzeugung zu starkem Preisdruck. Die Windproduktion erreicht nahezu Volllast und drückt die Preise insbesondere in den Nachtstunden in den Bereich um null, wobei vereinzelt auch negative Stunden auftreten. Der Day-Ahead-Preis liegt entsprechend niedrig bei 37,68 EUR/MWh, mit einem Minimum von -0,07 EUR/MWh.
In Österreich hingegen bleibt die Situation angespannt: Aufgrund schwacher erneuerbarer Einspeisung, insbesondere bei PV, und fehlender Windproduktion bleibt die Residuallast hoch, was die Preise deutlich nach oben treibt. Der Day-Ahead-Preis liegt hier bei 110,87 EUR/MWh.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
• Deutschland: 37,68 EUR/MWh
• Österreich: 110,87 EUR/MWh