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Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute insgesamt stabil bis seitwärts auf hohem Niveau. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE näherte sich erneut der bekannten Widerstandszone um 97,70 EUR/MWh, die bereits mehrfach seit Beginn der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten getestet wurde. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber blieb jedoch aus. Nach einer festen Eröffnung bei 95,32 EUR/MWh stieg der Kontrakt bis auf 98 EUR/MWh. Die Impulse kamen weiterhin primär vom Gasmarkt, während CO₂ phasenweise unterstützte, jedoch auch gegenläufig wirkte. Insgesamt bestätigt sich damit das Bild eines technisch geprägten Marktes an einem markanten Widerstandsniveau, bei gleichzeitig stabiler fundamentaler Unterstützung.
Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt dominieren weiterhin geopolitische Faktoren das Geschehen. Europa verliert zunehmend LNG-Lieferungen an asiatische Märkte, was die Preise strukturell nach oben treibt. Gleichzeitig verschärft sich die Angebotslage zusätzlich: reduzierte iranische Pipelineexporte in die Türkei und logistischen Störungen erhöhen die Risikoprämie.
Der Frontmarkt zeigte sich heute zunächst fest mit einem Anstieg bis auf 44,29 EUR/MWh, bevor sich ein stabiler Handelskorridor zwischen 43,50 und 44,13 EUR/MWh etablierte. Am Nachmittag pendelte der Markt um 43,80 EUR/MWh. Die längeren Laufzeiten bleiben ebenfalls unterstützt, mit Q2 2026 kurz vor Lieferbeginn auf einem erhöhten Niveau um 55 EUR/MWh. Insgesamt bleibt der Gasmarkt klar fest mit weiterem Aufwärtspotenzial bei anhaltender geopolitischer Unsicherheit. Ukrainische Angriffe auf russische Exporthäfen, über die rund 40 % der Öl- und LNG-Exporte abgewickelt werden, führen zu weiteren Verknappungen am Weltmarkt.
Der CO₂-Markt präsentierte sich heute extrem volatil. Nach einem schwachen Start mit einem Rückgang in Richtung 70 EUR/t setzte im Tagesverlauf eine Gegenbewegung ein, die die Preise bis auf 71,81 EUR/t führte. Anschließend folgte eine leichte Korrektur. Die hohe Schwankungsbreite unterstreicht die Unsicherheit im Markt, der aktuell stark auf politische Diskussionen rund um mögliche Eingriffe in das EU-ETS reagiert. Kurzfristig bleibt das Umfeld von hoher Volatilität geprägt.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein deutlich festeres Bild. Die Windeinspeisung in Deutschland geht im Vergleich zu den Vortagen deutlich zurück und liegt nur noch bei etwa der Hälfte des bisherigen Niveaus. Gleichzeitig fällt auch die PV-Erzeugung geringer aus. Diese Kombination führt zu einer spürbar höheren Residuallast und entsprechend steigenden Preisen.
In Österreich sorgt eine zunehmende Windeinspeisung zwar für etwas Entlastung, dennoch bleibt das Preisniveau insgesamt erhöht und nähert sich dem deutschen Markt an.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
• Deutschland: 118,53 EUR/MWh
• Österreich: 124,99 EUR/MWh