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Terminmarkt
Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt stand heute die geopolitische Entwicklung klar im Fokus. Der Markt reagierte sensibel auf einen wahrgenommenen Rückzieher der USA bei Eskalationsdrohungen, wodurch sich kurzfristig Druck auf die Preise aufbaute. Der Frontjahr startete bei 43,62 EUR/MWh, fiel im Tagesverlauf unter die Marke von 40 EUR/MWh und konnte sich anschließend am Nachmittag wieder mit steigender Nachfrage auf rund 42 EUR/MWh erholen. Trotz der zwischenzeitlichen Entspannung bleiben die strukturellen Risiken bestehen, da die Reaktion Irans weiterhin ungewiss ist. Auch die Ankündigung Irans, befreundeten Schiffen die Passage durch die Straße von Hormus zu ermöglichen, sorgt für vorsichtige Entspannung, deren tatsächliche Umsetzung jedoch abzuwarten bleibt. Kurzfristig wirken zudem eine höhere Einspeisung erneuerbarer Energien sowie eine leicht rückläufige Nachfrage dämpfend.
Der CO₂-Markt zeigte sich heute volatil. Nach dem jüngsten Abverkauf setzte zunächst eine Gegenbewegung ein, die als klassische Reaktion in einem unsicheren Marktumfeld gewertet werden kann. Die EUA-Preise bewegten sich dabei in einer Spanne zwischen 71,45 und 73,09 EUR/t und pendelten im Tagesverlauf um die Marke von 71 EUR/t. Am Nachmittag kam es erneut zu einem Rücksetzer unter dieses Niveau. Insgesamt fehlt eine klare Marktmeinung, die Schwankungsintensität bleibt entsprechend hoch. Trotz der kurzfristigen Volatilität zeigt sich der CO₂-Markt übergeordnet stabil bis leicht fest.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein festeres Bild. Die Windeinspeisung geht deutlich zurück, während gleichzeitig ein spürbarer Temperaturrückgang erwartet wird. Die Durchschnittstemperaturen sinken von rund 4,4°C auf etwa 3,4°C und liegen damit deutlich unter dem saisonalen Niveau, was die Stromnachfrage entsprechend erhöht. In Kombination führt dies zu einer steigenden Residuallast und stützt die Preise.
Die Auktion für den kommenden Liefertag ergab folgende Ergebnisse: Deutschland notiert bei 91,48 EUR/MWh, während Österreich mit 122,71 EUR/MWh erneut deutlich höher liegt.