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Der Handelstag
Der Handelstag - Volatilität durch Geopolitik

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
23.03.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt war heute von massiver Volatilität geprägt. Auslöser waren die Erdgaspreise, die bereits am Morgen zu einem starken Anstieg führten. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE eröffnete bei 99,02 EUR/MWh und stieg im frühen Handel bis auf ein Tageshoch von 102,75 EUR/MWh. Im weiteren Verlauf setzte jedoch eine deutliche Korrektur ein, nachdem aus den USA Signale einer möglichen Entspannung kamen. In der Folge fiel der Markt zeitweise bis auf 96,10 EUR/MWh zurück und stabilisierte sich zum Redaktionsschluss bei rund 96,40 EUR/MWh. Insgesamt bleibt das Marktumfeld extrem nervös, mit stark erhöhter Reaktionssensitivität auf politische Nachrichtenlagen.

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt dominierte heute die geopolitische Nachrichtenlage. Die Iran-Politik der USA sorgte für erhebliche Preisausschläge. Zum Handelsstart kam es zu einem kräftigen Anstieg, wobei das Lieferjahr 2027 mit 49,94 EUR/MWh knapp die Marke von 50 EUR/MWh testete. Auch kurzfristigere Produkte reagierten deutlich, mit Preisen für Q2 2026 zeitweise über 60 EUR/MWh. Im Tagesverlauf folgte jedoch eine scharfe Gegenbewegung, nachdem durch Donald Trump eine Verschiebung möglicher militärischer Maßnahmen kommuniziert wurde. Der Markt korrigierte bis auf 44,42 EUR/MWh und pendelte sich anschließend wieder im Bereich von etwa 45,10 EUR/MWh ein. Insgesamt bleibt die Unsicherheit hoch und die Risikoprämie fest im Markt verankert.

Der CO₂-Markt zeigte sich gegenläufig. Nach einem schwachen Start drehte der Markt im Tagesverlauf ins Plus und stieg von etwas über 67 EUR/t auf rund 69 EUR/t an. Hintergrund ist unter anderem die Marktreaktion auf politische Signale vom Freitag, die darauf hindeuten, dass kurzfristig keine weitreichenden Reformen im EU-ETS zu erwarten sind. Insgesamt ergibt sich ein stabiles bis leicht unterstütztes Bild.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein deutlich schwächeres Preisniveau. Hintergrund ist ein massiver Anstieg der Windeinspeisung: Die Windproduktion steigt von rund 2 GW heute auf etwa 22 GW morgen und sorgt damit für eine deutliche Entlastung der Residuallast. Gleichzeitig geht die PV-Erzeugung in Deutschland und Österreich leicht um etwa 2 GW zurück. Insgesamt führt die deutlich höhere Windverfügbarkeit zu spürbarem Preisdruck, inklusive zeitweiliger negativer Preise.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:


• Deutschland: 76,81 EUR/MWh
• Österreich: 118,70 EUR/MWh