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Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute hochvolatil und insgesamt fester. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE stieg am Morgen zunächst bis auf 100 EUR/MWh, gab im weiteren Handelsverlauf jedoch wieder nach und fiel zeitweise auf 96,50 EUR/MWh zurück. Im Nachmittag sorgten neue Impulse vom LNG-Markt für eine erneute Aufwärtsbewegung, wobei der Kontrakt kurzzeitig wieder über die Marke von 100 EUR/MWh sprang. Insgesamt bewegte sich der Markt in einer außergewöhnlich breiten Spanne zwischen rund 98,90 und 100 EUR/MWh - zuletzt rund um die 99 EUR/MWh. Die Dynamik wurde klar vom Gasmarkt getrieben, während CO₂ preisstützend wirkte. Trotz der starken Schwankungen bleibt die übergeordnete Tendenz aufwärtsgerichtet.
Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt dominierten heute wieder geopolitische Entwicklungen das Geschehen. Hintergrund sind Angriffe im Kontext des Iran-Konflikts, insbesondere im Zusammenhang mit dem South-Pars-Gasfeld. Laut aktuellen Einschätzungen sind die Schäden so gravierend, dass langfristige Lieferverträge teilweise nicht erfüllt werden können. Dies löste eine deutliche Marktreaktion aus.
Bereits am Morgen setzte eine Rally ein, gefolgt von einer zwischenzeitlichen Korrektur zur Mittagszeit. Am Nachmittag zog der Cal-27-Gaskontrakt erneut kräftig an und erreichte rund 50,50 EUR/MWh, bevor eine Gegenbewegung auf etwa 47,50 EUR/MWh einsetzte. Auch die vorderen Quartale reagierten deutlich, mit Preisen für Q2 2026 bei rund 63 EUR/MWh und Q3 bei etwa 62,20 EUR/MWh. Auslöser waren Berichte über erhebliche Schäden an der LNG-Infrastruktur in Ras Laffan – der weltweit größten LNG-Anlage. Die Ereignisse verschieben die Risikowahrnehmung zunehmend in die längeren Laufzeiten, insbesondere in das Lieferjahr 2027, und verankern eine strukturelle geopolitische Risikoprämie im Markt.
Der CO₂-Markt zeigte sich hingegen deutlich schwächer. Die Preise gerieten im Zuge politischer Diskussionen rund um Anpassungen im EU-ETS unter Druck. Nach einem Rückgang stabilisierte sich der Markt im Bereich knapp oberhalb von 63,15 EUR/t und bewegte sich im Tagesverlauf seitwärts. Am Nachmittag notierten die EUA bei rund 63,80 EUR/t. Die kurzfristige Tendenz bleibt leicht abwärtsgerichtet, wobei anstehende regulatorische Entscheidungen bereits heute und morgen für zusätzliche Unsicherheit sorgen.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt setzt sich die feste Entwicklung fort. Für den morgigen Liefertag wird ein deutlicher Preisanstieg erwartet, getrieben durch eine schwache Windeinspeisung von lediglich rund 5 GW in Deutschland sowie eine gleichzeitig reduzierte PV-Erzeugung. Diese Kombination führt zu einer signifikant erhöhten Residuallast und entsprechend steigenden Preisen.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
- Deutschland: 113,79 EUR/MWh
- Österreich bei 117,92 EUR/MWh