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Der Handelstag
Der Handelstag - Eskalation dreht Markt

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
18.03.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute zunächst deutlich schwächer und rutschte im frühen Handel unter die psychologisch wichtige Marke von 90 EUR/MWh. Cal 27 Phelix DE eröffnete leicht unter dem gestrigen Settlement und fiel im Tagesverlauf bis auf ein Tief von 89,70 EUR/MWh. Ausschlaggebend waren zunächst entspanntere Signale aus dem Öl- und Gasmarkt sowie ein schwächerer CO₂-Preis.
Im weiteren Verlauf drehte der Markt jedoch klar nach oben. Auslöser waren Meldungen aus dem Iran, die insbesondere den Gasmarkt stark nach oben zogen. Am Nachmittag stieg der Preis für den Leitkontrakt über 93 EUR/MWh und korrigierte dann auf 92,60 EUR/MWh.

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt kam es heute zu einer abrupten Trendwende. Hintergrund sind Meldungen über israelische Angriffe auf Gasinfrastruktur im iranischen South-Pars-Feld sowie entsprechende Gegenreaktionen. Das South-Pars-Feld ist die größte Gasinfrastrukturanlage des Irans und Teil des weltweit größten Gasreservoirs, das sich Iran und Katar teilen. Mit der Eskalation rückt zudem die katarische Seite – das North Field – stärker in den Fokus. Da Katar einen erheblichen Anteil des globalen LNG-Angebots stellt, erhöht sich das Risiko einer weiteren Ausweitung auf exportrelevante Infrastruktur deutlich, was zusätzliche Risikoprämien in den Markt bringt. In der Folge zogen Öl- und Gaspreise spürbar an.

Der Gasmarkt reagierte unmittelbar: Der Frontbereich legte sprunghaft zu, wobei der Q2-Kontrakt über 54,50 EUR/MWh anstieg. Auch längere Laufzeiten wurden deutlich nach oben gezogen, insbesondere das Lieferjahr 2027, das klar über die Marke von 39 EUR/MWh kletterte. Parallel dazu zog auch der Ölpreis deutlich an und erreichte ein Niveau von rund 108 USD/Barrel.

Der CO₂-Markt zeigte sich heute hingegen schwächer. Politischer Druck im Vorfeld einer wichtigen Sitzung der EU-Staats- und Regierungschefs belastet die Preise. Erwartete regulatorische Anpassungen sowie eine Reduktion spekulativer Long-Positionen führten zu einem spürbaren Rückgang. Kurzfristig bleibt CO₂ damit ein dämpfender Faktor für den Strommarkt, auch wenn die übergeordnete Struktur weiterhin von politischen Unsicherheiten geprägt ist.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein insgesamt festeres Preisniveau. Die Windeinspeisung bleibt weiterhin gering, während die PV-Erzeugung im Tagesverlauf zunimmt und insbesondere in Deutschland zur Mittagszeit zu leicht negativen bzw. nahe Null liegenden Preisen führen kann.
Gleichzeitig bleibt die Situation in Österreich angespannt, da die fehlende Wasserkraft das Angebot zusätzlich verknappt. Steigende Temperaturen wirken leicht dämpfend auf die Nachfrage.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:


• Deutschland: 113,79 EUR/MWh
• Österreich: 117,92 EUR/MWh