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Der Handelstag
Der Handelstag - Daily Market View um 16 Uhr

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
21.01.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt präsentierte sich heute fester. Der deutsche Leitkontrakt Phelix DE Cal 27 legte im Tagesverlauf zu und näherte sich erneut der Marke von 86 EUR/MWh. Kurz vor 16 Uhr wurde die Marke auch geknackt. Die gestrigen Korrekturanlässe rund um Zölle und geopolitische Schlagzeilen erwiesen sich rückblickend als eher kurzlebig. Aktuell rückt wieder das Wetter in den Fokus. Trotz des heutigen Anstiegs bleibt das Aufwärtspotenzial nach oben begrenzt, da sich der Bereich um 86 EUR/MWh weiterhin als technisches Widerstandsniveau bestätigt.

Brennstoffe und CO₂
Am Erdgasmarkt bleibt die Volatilität außergewöhnlich hoch. Die zentrale Unsicherheit dreht sich um die Frage, wie kalt es wird und vor allem wie lange eine mögliche Kältephase anhält. In den vergangenen zwei Wochen kam es zu erheblichen Schwankungen in den Wettermodellen, was die Preisbewegungen zusätzlich verstärkte. Fundamentalseitig ist global ausreichend Gas verfügbar, gleichzeitig spielt die Psychologie rund um die Geschwindigkeit der Speicherfüllung sowie die Kälteentwicklung in Asien eine wichtige Rolle. Der Jahreskontrakt zog heute wieder über 26 EUR/MWh an, der Frontmonat Februar notierte über 37 EUR/MWh – insgesamt ein deutliches Plus auf breiter Front.

Der CO₂-Markt zeigte sich erneut gut unterstützt. Nach dem jüngsten Rücksetzer erholten sich die EUA-Preise und handelten rund 1 EUR/t über dem Vortag. Der Markt überschritt dabei erneut die Schwelle von 86,50 EUR/t, der Preis blieb aber unter 87 EUR/t. Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt damit intakt.

Spotmarkt und Allgemeines
In Deutschland steigt die Windeinspeisung an, bleibt mit rund 22–23 GW jedoch unter dem saisonalen Durchschnitt. Entsprechend bleibt die Residuallast erhöht und stützt die Preise.
Die Ergebnisse der Auktion für morgen lauten:

  • Deutschland: 105,28 EUR/MWh
  • Österreich: 218,65 EUR/MWh

Besonders der österreichische Markt zeigt sich extrem angespannt. Die deutlich unterdurchschnittliche Wasserkraftverfügbarkeit – rund 1,2 GW unter dem Normalniveau im Schnitt – trifft auf strukturelle Defizite beim Ausbau erneuerbarer Erzeugung. Insgesamt bleibt der kurzfristige Strommarkt klar fest, mit ausgeprägten regionalen Preisunterschieden und anhaltendem Knappheitsdruck.