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Der Handelstag
Der Handelstag - Wochenfinish kräftiges Plus

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
06.03.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute in einem insgesamt schwächeren Marktumfeld dennoch leicht fester. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE arbeitete sich im Tagesverlauf langsam nach oben - Höchstand 92,10 EUR/MWh -  und handelte an Nachmittag knapp oberhalb von 91 EUR/MWh. Treiber dieser Bewegung waren vor allem die steigenden Gaspreise sowie die weiterhin hohe geopolitische Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Konflikt im Iran. Gleichzeitig war im Markt eine gewisse Zurückhaltung vor dem Wochenende spürbar. Viele Marktteilnehmer reduzierten Positionen oder schlossen kurzfristige Engagements, was die Dynamik dämpfte. Insgesamt bleibt das Preisniveau gut unterstützt. Je länger der Konflikt anhält, desto stärker dürften sich geopolitische Risikoprämien auch im Stromterminmarkt niederschlagen.

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt zeigte sich heute ein gemischtes Bild. Auf der einen Seite sorgt die aktuell milde Witterung in Europa für eine gewisse Entspannung bei den Speicherbewegungen: Die Ausspeicherung nimmt ab, während erste Einspeicherungen wieder zunehmen. Auf der anderen Seite verschärft der Konflikt im Nahen Osten die Lage auf dem globalen Gasmarkt deutlich. Besonders Asien dürfte bei möglichen Lieferunterbrechungen stark betroffen sein, was über Umleitungen von LNG-Strömen auch Europa beeinflussen könnte. Entsprechend preist der Markt zunehmend geopolitische Risiken ein. Der Leitkontrakt 2027 legte heute deutlich zu und notierte bei rund 35 EUR/MWh, etwa 3 EUR/MWh im Plus gegenüber dem Eröffnungspreis. Auch die kurzfristigeren Kontrakte zogen an: Der April-Kontrakt handelt aktuell um 53 EUR/MWh, Mai bei rund 52 EUR/MWh. Viele Marktanalysen sehen bei einer anhaltenden Eskalation des Konflikts weiteres Aufwärtspotenzial mit möglichen Preisniveaus von 50 bis 60 EUR/MWh in den kommenden Wochen.

Der CO₂-Markt zeigte sich heute vergleichsweise stabil. Die EUA-Preise bewegten sich überwiegend in einem seitwärts gerichteten Korridor rund um die Marke von 70 EUR/t. Externe Einflüsse spielten bislang nur eine untergeordnete Rolle. Am Nachmittag wurde bei dünner werdendem Handel kurzzeitig ein Niveau oberhalb von 71 EUR/t erreicht. Insgesamt bleibt die Marktstruktur aktuell ruhig, ohne klare neue Impulse.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt sorgte heute vor allem die zunehmende PV-Einspeisung für deutliche Preisschwankungen innerhalb des Tagesverlaufs. In Kombination mit moderater Windeinspeisung kam es rund um die Mittagsstunden sowohl in Deutschland als auch in Österreich zu sehr niedrigen Preisen. Teilweise wurden in Deutschland Werte knapp über 0 EUR/MWh beziehungsweise in Österreich leicht negative Preise bis etwa -5 EUR/MWh auktioniert.

Für die kommende Woche gehen Prognosen heutiger Sicht von folgender Konstellation aus: die durchschnittlichen Spotpreise in Deutschland werden sich im Schnitt bei 90 EUR/MWh bewegen, während Österreich aufgrund struktureller Faktoren eher im Bereich von etwa 100 EUR/MWh liegen dürfte.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

• Deutschland: 110,16 EUR/MWh
• Österreich: 104,11 EUR/MWh