Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!
Erneuerbare drücken Spotpreise massiv – Terminmarkt im Seitwärtsmodus
22.04.2026 15:45 Uhr
Terminmarkt
Der Terminmarkt für Strom verzeichnete heute eine tendenzielle Seitwärtsbewegung mit einer leichten Aufwärtsdynamik im Tagesverlauf. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE eröffnete bei 90,25 EUR/MWh und handelte in einer Spanne zwischen 89,54 EUR/MWh und 91,01 EUR/MWh. Aktuell notiert der Kontrakt bei 90,41 EUR/MWh. Das Marktumfeld bleibt abwartend, da eine Lösung der geopolitischen Spannungen weiterhin nicht absehbar ist, was die eingepreisten Risikoprämien stützt und zu einer langsamen Aufwärtsbewegung führt. Mangels eigenständiger Impulse orientiert sich der Strommarkt primär an den Vorgaben der angrenzenden Rohstoffmärkte.
Brennstoffe und CO2
Am Gasmarkt zeigt sich das Lieferjahr 2027 heute volatil. Nach einem Handelsstart bei 36,35 EUR/MWh sank der Preis im Tagestief auf 34,72 EUR/MWh und stabilisierte sich zuletzt bei 35,27 EUR/MWh. Während asiatische Akteure verstärkt LNG-Mengen aufkaufen, drosselt China seine Importnachfrage durch den strategischen Wechsel auf Kohle sowie Photovoltaik in Kombination mit Batteriespeichersystemen (BESS). Trotz der aktuellen Entspannung durch die Einspeicherung stützender Erneuerbarer sehen Experten das Preisniveau teils als unterbewertet an.
Der CO2-Markt bewegt sich heute trotz einzelner Preisspitzen nach oben bis auf 76,14 EUR/t primär in einer Seitwärtsrange. Die Marktteilnehmer verhalten sich vor der Veröffentlichung aktueller Börsendaten zur Positionierung neutral. Der Kontrakt notiert aktuell bei 75,28 EUR/t. Bei einer Fortdauer der globalen Krisen wird mittelfristig eher Abwärtspotenzial für die Zertifikatspreise prognostiziert.
Spotmarkt und Allgemeines
Der Spotmarkt für den morgigen Liefertag steht unter massivem Druck durch die wetterbedingte Einspeisung. Ein ausgeprägtes Frühjahrswetter sorgt für eine sehr hohe Photovoltaik-Einspeisung sowie eine Zunahme der Windkraft, die morgen auch in Österreich preisbestimmend wirkt. Es ist davon auszugehen, dass am morgigen Tag ein neuer Rekordwert bei der PV-Erzeugung aufgestellt wird. Diese hohe Verfügbarkeit von dargebotsabhängigen Erzeugern führt am morgigen Liefertag zu deutlichen negativen Strompreisen in den Nachmittagsstunden.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
Deutschland: 64,21 EUR/MWh (Stundenminimum: -56,95 EUR/MWh)
Österreich: 72,14 EUR/MWh (Stundenminimum: -56,31 EUR/MWh)