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Der Handelstag
Der Handelstag - Daily Market View um 16 Uhr

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
12.01.2026

Terminmarkt

Zum starken Wochenausklang hoben Erdgas und CO₂ den Terminmarkt auf ein neues Preisniveau. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE testete im Tagesverlauf die Marke von 85 EUR/MWh und markierte mit 85,19 EUR/MWh ein neues Zwischenhoch, scheiterte jedoch zunächst an einem nachhaltigen Ausbruch. Treiber waren vor allem feste Impulse von den Brennstoff- und Emissionsmärkten nach dem dynamischen Freitags-Finish. Insgesamt zeigt sich der Terminmarkt gut unterstützt, kurzfristig jedoch mit Widerstand im Bereich um 85 EUR/MWh.

Brennstoffe und CO₂

Am Gasmarkt sorgten sinkende Speicherstände und eine weiterhin hohe Nachfrage für steigende Preise. Das Marktumfeld bleibt dabei auffallend ruhig, da die Wetterprognosen für die kommende Woche überwiegend milde Temperaturen signalisieren. Das große Unsicherheitsmoment bleibt jedoch der Nahe Osten: Die politischen Spannungen rund um Iran wirken psychologisch stützend und halten eine geopolitische Risikoprämie im Markt. Entsprechend bleibt Gas nach unten gut abgesichert, trotz kurzfristig begrenzter Fundamentaldynamik.

Der CO₂-Markt setzte seinen Aufwärtstrend fort. Unterstützend wirken die geringeren verfügbaren Mengen im Jahr 2026 sowie die zuletzt kältere Witterung. Der EUA-Preis sprang über 90 EUR/t, zeigt jedoch Anzeichen einer beginnenden Konsolidierung. Nach der schnellen Aufwärtsbewegung dürfte sich der Markt zunächst seitwärts stabilisieren, bleibt strukturell aber gut unterstützt.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt dreht das Bild kurzfristig nach oben. In Deutschland steigen die Day-Ahead-Preise morgen deutlich an. Der Grund ist vor allem die spürbar niedrigere Windeinspeisung, die trotz höherer Solarproduktion zu einer steigenden Residuallast führt. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage zu und Deutschland erhöht seine Nettoimporte.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

  • Deutschland: 105,71 EUR/MWh

  • Österreich: 211,50 EUR/MWh

Insgesamt zeigt sich der kurzfristige Strommarkt klar fester, getrieben von wetterbedingten Angebotsrückgängen und einer überdurchschnittlichen Residuallast. Während Deutschland moderat zulegt, bleibt der österreichische Markt angesichts der regionalen Knappheit besonders angespannt.