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Der Handelstag
Der Handelstag - Daily Market View um 16 Uhr

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
07.01.2026

Terminmarkt

Der Terminmarkt ist mit einem ruhigen, aber klar positiven Grundton in das neue Jahr gestartet. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE konnte sich dabei stabil oberhalb von 83 EUR/MWh behaupten. Die Marktaktivität blieb überschaubar, dennoch zeigt sich das Preisniveau gut unterstützt. Auf der Risikoseite dominieren weiterhin Wetterunsicherheiten sowie die festen Vorgaben von Erdgas und CO₂, die das Abwärtspotenzial klar begrenzen. Insgesamt überwiegt ein vorsichtig konstruktives Sentiment: Der Markt wirkt weniger dynamisch als zum Jahresende, bleibt aber klar nach oben abgesichert.

Brennstoffe und CO₂

Am Gasmarkt zogen die Preise spürbar an. Im Marktgebiet Trading Hub Europe legte das Frontjahr angesichts aktuell sehr kühler Temperaturen und deutlich sinkender Speicherstände auf 25,30 bis 25,50 EUR/MWh zu. Die Wetterlage sorgt derzeit für starke Ausspeicherungen, während mögliche Signale einer Trendwende zu milderen Temperaturen vom Markt bislang weitgehend ignoriert werden. Kurzfristig liegen die Temperaturen – insbesondere zur Wochenmitte und am Wochenende – rund 7 bis 9 Grad unter dem langjährigen Mittel. Für die kommende Woche zeigen die Wettermodelle zwar unterschiedliche Szenarien, doch die Unsicherheit stützt die Preise zusätzlich.

Ein Blick auf die Speicher unterstreicht die angespannte Ausgangslage: Die deutschen Gasspeicher waren am Sonntag nur noch zu 54,0 % gefüllt, EU-weit lag der Füllstand bei 59,8 %. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr betrug der EU-weite Füllstand noch 77,7 %. Fundamental bleibt die Versorgung zwar gesichert, preislich dominiert jedoch klar der winterliche Risikofaktor.

Der CO₂-Markt zeigte sich ebenfalls fest. EUA-Kontrakte handelten stabil um 88,60 EUR/t. Die Marktstimmung bleibt konstruktiv, viele Marktteilnehmer positionieren sich weiter auf steigende Preise „im Takt“, was den Stromterminmarkt zusätzlich stützt.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt steht ein deutlicher Preissprung bevor. Die deutschen Day-Ahead-Preise dürften um rund 36 % zulegen, getrieben durch einen massiven Rückgang der Windeinspeisung. Der Baseload für Donnerstag wurde zuletzt bei 135 EUR/MWh gehandelt, nach 99,40 EUR/MWh in der vorherigen Auktion.

Die Windstromerzeugung sinkt laut Prognosen von 29,2 GW heute auf 16,6 GW morgen und liegt damit deutlich unter dem saisonalen Normalwert. Auch die Solarerzeugung geht leicht zurück, sodass die kombinierte Solar- und Windspitze zur Mittagszeit von rund 40,6 GW auf nur noch etwa 16 GW einbricht. In der Folge steigt die Residuallast kräftig auf 45,1 GW und liegt damit rund 10,8 GW über dem Normalniveau.