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Der Handelstag
Der Handelstag - Daily Market View um 16 Uhr

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
27.11.2025

Terminmarkt

  • Die Strom- und Gaspreise standen am Donnerstag spürbar unter Druck. Der deutsche Leitkontrakt Cal 26 Phelix DE fiel im Tagesverlauf auf ein neues Tief bei 86,05 EUR/MWh, bevor er – ähnlich wie bereits an den Vortagen – technisch bedingt wieder leicht nach oben abprallte. Am Nachmittag etablierte sich eine enge Seitwärtsrange um 86,50 EUR/MWh.
    Fundamentale Kaufimpulse fehlen weiterhin; der Markt bleibt klar gedeckelt und reagiert empfindlich auf jeden preisdämfenden Impuls aus dem Gasmarkt.

Brennstoffe und CO2

  • Der Gasmarkt setzt seine deutliche Abwärtsbewegung fort. Kältere Temperaturen werden weitgehend ausgeblendet, stattdessen dominieren Erwartungen an eine weiterhin entspannte Versorgungslage, politische Entspannungssignale im Ukraine-Krieg sowie zusätzliche Preisrisiken aus den USA – getrieben durch steigende Inlandspreise infolge höherer Industrienachfrage (Stichwort KI). Das kommende Lieferjahr am Gasmarkt fiel heute bis auf 28,20 EUR/MWh und handelte anschließend stabil seitwärts – ein klares Zeichen für einen Markt, der Winterrisiken derzeit konsequent ausblendet.

  • Der CO₂-Markt zeigt sich dagegen völlig unbeeindruckt von den Rücksetzern bei Strom und Gas. EUAs bewegen sich stabil und leicht aufwärtsgerichtet; am Nachmittag lag der Preis knapp unter 82 EUR/t. Technische Faktoren dominieren, fundamentale Belastung ist kaum erkennbar.

Spotmarkt und Allgemeines

  • Die Spotauktion für Freitag zeigt ein deutlich divergierendes Bild zwischen Deutschland und Österreich. In Deutschland fällt der Baseload mit 85,05 EUR/MWh vergleichsweise niedrig aus, da die Windeinspeisung gegenüber heute nochmals anzieht und damit die Residuallast spürbar entlastet. In Österreich hingegen bleibt die Windlage schwach, sodass der Preis mit 117,29 EUR/MWh deutlich höher liegt. Während Deutschland von einer breiten Verfügbarkeit erneuerbarer Einspeisung profitiert, reicht das österreichische Windaufkommen nicht aus, um den marktseitigen Druck zu reduzieren.