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Der Handelstag
Der Handelstag - Daily Market View um 16 Uhr

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
24.11.2025

Terminmarkt

  • Der deutsche Leitkontrakt Cal 26 Phelix DE folgte den rückläufigen Gaspreisen ins Minus. Ausschlaggebend war ein deutlicher Umschwung in den Wetterprognosen: Für die kommenden drei bis vier Wochen erwarten die Modelle keinen befürchteten Kälteeinbruch, vielmehr deuten die aktuellen Langfristvorhersagen auf milderes Dezemberwetter hin. Diese Änderung der Fundamentaldaten nimmt spürbaren Druck vom Markt und verschiebt die Preiserwartungen klar nach unten. Entsprechend handelt das Cal 26 heute weitgehend seitwärts um die Marke von 87,50 EUR/MWh, nachdem es in den vergangenen Tagen bereits neue Drei-Wochentiefs markiert hatte.

Brennstoffe und CO2

  • Die europäischen Gaspreise sind auf den niedrigsten Stand seit 18 Monaten gefallen, da Händler das Potenzial für einen frühen Waffenstillstand und eine mögliche Lockerung der Sanktionen gegen russische Gasexporte einschätzen – wenn nicht nach Europa, dann zumindest nach Asien. Die Frontmonat-Futures wurden erstmals seit Mai 2024 unter 30 €/MWh gehandelt. In Wirklichkeit setzt der jüngste Preisrückgang einen seit neun Monaten anhaltenden Abwärtstrend fort, der nur kurzzeitig durch den Krieg zwischen Israel und Iran im Juni unterbrochen wurde. Inflationsbereinigt sind die Frontmonat-Futures im November bisher auf einen Durchschnitt von etwas über 31 € gefallen (53. Perzentil aller Monate seit 2010), nach 52 € im Februar (89. Perzentil). Der Preis für das kommende Lieferjahr handelte nach anfänglichen Verlusten seitwärts in einem Preiskorridor zwischen 28,40-28,60 EUR/MWh.

  • Der fallende Gaspreis setzt zum Wochenbeginn auch den CO₂-Preis unter Druck. In der Folge rutschte der Preis für EUAs am Montag unter die Marke von 80 EUR/t und pendelte zeitweise im Bereich von rund 79,60–79,80 EUR/t. Die Marktstimmung bleibt vorsichtig: Händler berichten von einer eher abwartenden Haltung, da sowohl Energiepreise als auch makroökonomische Signale derzeit eher belastend wirken. Sollte der Gaspreis weiter nachgeben oder zusätzliche Verkäufe durch die Frist anstehen, könnte der CO₂-Preis kurzfristig weiter unter Druck bleiben.

Spotmarkt und Allgemeines

  • Die Spotpreisauktion für morgen fällt aufgrund extrem teurer Abendstunden außergewöhnlich hoch aus: Baseload Deutschland bei 220,52 EUR/MWh, Österreich bei 206,65 EUR/MWh. Preistreiber sind eine ausgeprägte Kältephase mit entsprechend hoher Last sowie sehr geringe Windeinspeisung – die knappe EE-Verfügbarkeit trifft genau auf den abendlichen Verbrauchsscheitel. Damit steigt die Residuallast stark an, teure thermische Erzeugung setzt den Grenzpreis und hebt das gesamte Tagesniveau auf schwindelerregende Höhen.