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Der Handelstag
Der Handelstag - Ruhe vor dem Sturm?

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte! 

von Andreas Forster
30.06.2026

Terminmarkt

Der Terminmarkt zeigte sich heute leicht fester, blieb im deutschen Strom Cal 27 jedoch weiter seitwärts unterhalb der Marke von 93 EUR/MWh. Der Leitkontrakt notierte zuletzt bei 92,80 EUR/MWh und lag damit um 0,50 EUR/MWh beziehungsweise 0,54 Prozent über dem vorherigen Schlusskurs. Im Tagesverlauf bewegte sich der Kontrakt zwischen 92,30 und 92,90 EUR/MWh. Damit bleibt der Bereich knapp unter 93 EUR/MWh ein kurzfristig relevanter Widerstand. Unterstützend wirkten heute vor allem die festeren Vorgaben aus Erdgas und CO₂. Insgesamt ist die aktuelle Stimmung am Markt abwartend.

Erdgas und LNG

Am Gasmarkt ist ein wenig was los. Das Lieferjahr 2027 stieg auf 34,72-34,76 EUR/MWh und lag damit etwa 0,95 Prozent über dem Vortag. Der Frontmonat notierte bei rund 43,64 EUR/MWh. Neben der zunehmend preisrelevanten Hitze in Europa bleibt auch die geopolitische Risikoprämie ein wichtiger Faktor. Die europäischen Gaspreise erreichten ein Zwei-Wochen Hoch, da widersprüchliche Signale rund um mögliche Gespräche zwischen den USA und dem Iran die Sorge vor LNG Störungen in der Straße von Hormus erneut verstärkten.

Fundamental rückt zudem die Erdgas-Speicherentwicklung stärker in den Fokus. Wenn die Einspeicherung im aktuellen Tempo weiterläuft, könnten die europäischen Gasspeicher im Oktober nur bei rund 72 Prozent liegen. Das wäre für den Markt ein klares Risikosignal, da ein niedriger Speicherstand vor dem Winter die Anfälligkeit für Preisspitzen deutlich erhöht. Zusammen mit höherem Kühlbedarf durch die Hitze bleibt Gas damit sowohl fundamental als auch marktpsychologisch gut unterstützt.

CO₂

Der CO₂ Markt zeigte heute eine klare Gegenbewegung zum schwächeren Vortag. Der EUA Dez 26 Kontrakt stieg im Laufe des Handelstages auf 80,45 EUR/t und legte damit gegenüber gestern wieder zu.  Damit liegt der Kontrakt wieder auf dem erwarteten Niveau.

Unterstützend wirkten heute die festeren Energiemärkte sowie die Erwartung eines höheren fossilen Kraftwerkseinsatzes bei erhöhter Stromnachfrage durch Hitze und schwächere Windeinspeisung. Gleichzeitig bleibt das politische Umfeld wichtig. Mehrere Interessengruppen versuchen derzeit, Einfluss auf die EU Diskussionen zur Zuteilung kostenloser Zertifikate zu nehmen. Das sorgt für zusätzliche Dynamik, ändert kurzfristig aber nichts daran, dass CO₂ heute wieder klar aufwärtsgerichtet war.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt für morgen bleibt das Preisniveau sehr fest. In Deutschland wirkt weiterhin eine geringe Windeinspeisung preisstützend, bevor in den kommenden drei Tagen Wind und Photovoltaik wieder deutlich zulegen sollen. Die deutsche Day Ahead Auktion für morgen ergab einen Baseload Preis von 151,43 EUR/MWh. Der höchste übermittelte Stundenpreis liegt bei 243,46 EUR/MWh, während das Minimum am Nachmittag bei 97,28 EUR/MWh liegt. Daraus ergibt sich auf Basis der gelieferten deutschen Stundenwerte eine Spanne von 146,18 EUR/MWh. 

In Österreich liegt das Niveau morgen ähnlich hoch wie heute. Der Day Ahead Baseload beträgt 154,23 EUR/MWh. Der Markt bleibt damit ebenfalls angespannt, obwohl der Wetterwechsel im Osten mehr Wind bringen sollte. Die österreichische Preisspanne liegt auf Basis von Minimum und Maximum zwischen 109,62 und 248,18 EUR/MWh und beträgt damit 138,56 EUR/MWh. Die hohen Abendpreise zeigen auch hier, dass die Residuallast außerhalb der starken PV Stunden preisbestimmend bleibt. 

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 151,43 EUR/MWh

Österreich: 154,23 EUR/MWh