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Der Handelstag
Der Handelstag - Hitze treibt Frontprodukte

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
29.06.2026

Terminmarkt

Der Terminmarkt zeigte sich heute deutlich fester, wobei der Fokus vor allem auf den kurzfristigen Stromprodukten lag. Kurz vor dem Monatswechsel rückte das Juli Produkt klar in den Vordergrund und stieg kräftig auf 104,99 EUR/MWh. Damit wurde die Marke von 100 EUR/MWh deutlich überschritten. Im Tagesverlauf lag das Hoch sogar bei 106,38 EUR/MWh, nachdem der Markt bereits mit einem festen Ton in den Handel gestartet war. Treibender Faktor bleibt die Erwartung einer neuen Hitzewelle, die den kurzfristigen Strombedarf und die Risikoprämien im Markt erhöht.

Das Lieferjahr 2027 zeigte sich dagegen noch etwas verhaltener. Der Kontrakt testete heute zwar den Bereich um 93 EUR/MWh, konnte sich dort aber nicht nachhaltig etablieren. Am Nachmittag handelte das Cal 27 bei der etablierten Marke von 92 EUR/MWh.

Erdgas und LNG

Auch der Gasmarkt wurde heute klar vom Hitzethema getragen. Der TTF Frontmonat stieg über Mittag zeitweise bis auf 42,325 EUR/MWh und handelte anschließend seitwärts knapp unterhalb dieser Marke. Damit bleibt Gas ein zentraler Preistreiber im gesamten Energiekomplex.

Das Lieferjahr 2027 notierte bei 34,02 EUR/MWh und lag damit leicht über dem Vortag. Das Tageshoch erreichte 34,48 EUR/MWh. Fundamental bleibt der Markt gut unterstützt, da die LNG Importe weiterhin niedrig sind. Sollte die Hitzeperiode länger anhalten und gleichzeitig wenig LNG nach Europa kommen, kann dies zunehmend als Risiko für die Versorgungslage und die Speicherbefüllung wahrgenommen werden. Marktpsychologisch bleibt Gas damit anfällig für weitere Aufschläge.

CO₂

Der CO₂ Markt zeigte sich heute schwächer und vollzog eine Gegenbewegung. Der EUA Dez 26 Kontrakt fiel auf 78,38 EUR/t und lag damit um 1,83 EUR/t niedriger. 

Der Rücksetzer ist zunächst als technische Entlastung nach der vorherigen Stärke einzuordnen. Kurzfristig bleibt CO₂ damit zwar etwas schwächer, fundamental ist der Markt aber weiterhin gut unterstützt.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt bleibt das Preisniveau für den kommenden Liefertag deutlich erhöht. In den kommenden zwei Tagen wird weiterhin nur wenig Wind im System erwartet, bevor die Windeinspeisung anschließend massiv zunehmen dürfte. Entsprechend bleibt die Residuallast kurzfristig hoch, während ab der zweiten Wochenhälfte mit einer spürbaren Entlastung der Spotpreise zu rechnen ist.

Für Deutschland liegt der Base Preis für morgen bei 140,28 EUR/MWh. Der Höchstpreis beträgt 341,80 EUR/MWh, der Tiefstpreis liegt bei 77,26 EUR/MWh. Daraus ergibt sich ein Spread zwischen niedrigster und höchster Viertelstunde von 264,54 EUR/MWh. 

In Österreich fällt das Niveau nochmals höher aus. Der Base Preis liegt bei 154,47 EUR/MWh, der Höchstpreis bei 390,52 EUR/MWh und der Tiefstpreis bei 91,35 EUR/MWh. Der Spread zwischen niedrigster und höchster Viertelstunde beträgt damit 299,17 EUR/MWh. 

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 140,28 EUR/MWh

Österreich: 154,47 EUR/MWh