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Der Handelstag
Der Handelstag - Druck nach Meldungslage

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
06.05.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute zunächst deutlich schwächer. Der deutsche Leitkontrakt eröffnete bei 92,60 EUR/MWh und fiel im Tagesverlauf bis auf 88,50 EUR/MWh zurück. Auslöser waren Meldungen, wonach Iran und die USA möglicherweise vor einer Beendigung der kriegerischen Handlungen beziehungsweise vor einer weiteren Stabilisierung der Lage stehen. Dadurch kam kurzfristig spürbarer Druck auf die Risikoprämien.

Im weiteren Verlauf relativierte sich die Bewegung jedoch wieder. Da die Meldungslage bislang keine substanzielle Änderung der fundamentalen Situation brachte, setzte am Nachmittag eine Korrektur ein. Der Markt erholte sich wieder in Richtung 91 EUR/MWh. Insgesamt folgt der Stromterminmarkt damit weiterhin eng dem Gasmarkt. Das Abwärtspotenzial bleibt trotz der Entspannungssignale begrenzt, da geopolitische Unsicherheiten weiter bestehen.

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt kam es heute zu einer sehr dynamischen Reaktion auf die Nachrichtenlage. Der Frontmonat fiel innerhalb kurzer Zeit von 45,66 EUR/MWh auf 43,64 EUR/MWh. Auch das Jahresprodukt 2027 gab deutlich nach und rutschte vom Eröffnungsniveau bei 37,90 EUR/MWh bis auf 34,50 EUR/MWh. Zuletzt lag der Kontrakt wieder bei rund 35,90 bis 36,00 EUR/MWh.

Die Bewegung zeigt, wie stark geopolitische Risikoprämien aktuell in den Preisen enthalten sind. Gleichzeitig blieb die Nachrichtenlage nicht eindeutig, weshalb sich der Markt wieder stabilisieren konnte. Das aktuelle Niveau entspricht in etwa dem Stand vom 22.04. und zeigt, dass der Markt Entspannung einpreist, aber keine vollständige Normalisierung.

Der CO₂ Markt zeigte heute eine ausgeprägte Achterbahnfahrt. Der EUA Preis reagierte zunächst positiv und testete den Bereich um 76 EUR/t. Unterstützend wirkte die Hoffnung, dass eine geopolitische Entspannung zu einer Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivität führen könnte. Dies würde perspektivisch auch die Nachfrage nach Emissionszertifikaten stützen. Aktuell notiert CO₂ bei 76,01 EUR/t und bleibt damit gut behauptet.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt für den morgigen Liefertag zeigt sich ein deutlich festeres Bild. In Deutschland liegt der Base Preis bei 136,03 EUR/MWh, in Österreich bei 137,29 EUR/MWh. Haupttreiber ist eine deutlich geringere Windeinspeisung, während die Photovoltaik auf einem ähnlichen Niveau erwartet wird. 

Negative Stundenpreise treten morgen nicht auf. In Deutschland liegt die niedrigste Viertelstunde bei 99,86 EUR/MWh und die Höchste bei 225,27 EUR/MWh. Der Spread beträgt damit 125,41 EUR/MWh. In Österreich reicht die Spanne von 99,58 EUR/MWh bis 218,76 EUR/MWh, was einem Spread von 119,18 EUR/MWh entspricht. 

Auch für Freitag dürfte das Preisniveau zunächst gut unterstützt bleiben. Zum Wochenende hin könnte eine zunehmende Einspeisung die Lage wieder etwas entspannen.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 136,03 EUR/MWh
Österreich: 137,29 EUR/MWh