Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute im insgesamt umsatzarmen Handel leicht aufwärtsgerichtet. Der deutsche Stromleitkontrakt bewegte sich im Tagesverlauf bis auf 93,15 EUR/MWh und testete damit erneut den Widerstandsbereich knapp unterhalb von 92,80 EUR/MWh. Nachhaltige Anschlusskäufe blieben jedoch aus, da die Marktaktivität insgesamt gering blieb. Gegen 16:00 Uhr notiert der Kontrakt bei 92,65 EUR/MWh und damit leicht über dem Vortagesschluss. Unterstützend wirkt weiterhin das geopolitische Umfeld. Die zuletzt erhofften Fortschritte bei möglichen Friedensverhandlungen bleiben aus, wodurch die Risikoprämien im Energiesektor bestehen bleiben.
Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt bleibt die fundamentale Lage angespannt. Belastend wirkt weiterhin der temporäre Ausfall einer größeren norwegischen LNG Anlage, die aktuellen Planungen zufolge erst am Freitag wieder ans Netz gehen soll. Entsprechend zeigt sich der europäische Gasmarkt anfällig für kurzfristige Angebotsstörungen. Der Cal 2027 Gasfuture stieg heute auf 37,63 EUR/MWh und konnte sich damit klar über dem Vortagesniveau etablieren. Zeitweise wurden im Tagesverlauf sogar 38,02 EUR/MWh erreicht. Gleichzeitig zeigt sich am langen Ende der Kurve weiterhin Zurückhaltung. Solange insbesondere der Winterkontrakt Q4 nicht deutlicher anzieht, fehlt vielen Marktteilnehmern die Motivation, zusätzliche Speicher- oder Absicherungsmengen aufzubauen.
Zusätzliche Unterstützung kommt vom Ölmarkt. Der Ölpreis notiert erneut oberhalb von 100 USD pro Barrel und verstärkt damit den insgesamt festen Grundton bei den Brennstoffen.
Der CO₂ Markt zeigte sich dagegen etwas schwächer. Nachdem das gestrige Settlement noch bei 77,18 EUR/t lag, setzte heute eine moderate Gegenbewegung ein. Gegen 16:00 Uhr notiert der EUA Kontrakt bei 76,03 EUR/t. Politische Signale aus Brüssel wirken weiterhin unterstützend auf den Markt, insbesondere mit Blick auf die langfristige Verknappung im EU ETS. Kurzfristig fehlt jedoch die Dynamik für eine stärkere Aufwärtsbewegung, weshalb sich CO₂ aktuell eher seitwärts bis leicht schwächer entwickelt.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt bleibt das Preisniveau für morgen klar unterstützt. Hintergrund ist vor allem die deutlich schwächere Windproduktion gegenüber den Vortagen. Gleichzeitig fällt die Photovoltaikeinspeisung wetterbedingt geringer aus. In Deutschland ergibt sich für morgen ein Day Ahead Base Preis von 113,54 EUR/MWh. Negative Stundenpreise treten für morgen nicht auf. Dies unterstreicht, dass die reduzierte Wind und PV Einspeisung die Marktpreise trotz schwächerer Nachfrage klar stabilisiert. Auch Österreich zeigt sich deutlich fester. Der Base Preis für morgen liegt bei 121,75 EUR/MWh. Vor allem die geringere Windverfügbarkeit sowie regionale Strukturengpässe halten den österreichischen Markt auf einem erhöhten Preisniveau.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
• Deutschland: 113,54 EUR/MWh
• Österreich: 121,75 EUR/MWh
Stand: 15:55 Uhr