Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute insgesamt stabil bis leicht fester. Zum aktuellen Zeitpunkt notiert der deutsche Stromjahreskontrakt knapp unter 93 EUR/MWh und bewegt sich damit oberhalb der vorherigen Schlusskurse. Im Tagesverlauf wurde mit einem Hoch von 93,65 EUR pro MWh erneut das obere Niveau des bestehenden Trendkanals getestet, der sich aktuell im Bereich zwischen 91,16 und 92,88 EUR pro MWh erstreckt. Die Marktteilnehmer sehen den Markt weiterhin gut gegen Abwärtsbewegungen abgesichert. Gleichzeitig besteht kurzfristig Potenzial für eine Fortsetzung der leichten Aufwärtsbewegung, d.h., im weiteren Wochenverlauf dürfte für die mittelfristige Entwicklung entscheidend sein, ob sich die Preise weiter nach oben entwickeln. Unterstützend wirkte heute auch der Anstieg der CO₂ Preise, der dem Strommarkt zusätzlichen Auftrieb verlieh.
Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt standen die kurzfristigen Produkte klar im Fokus. Das Monatsprodukt Juni zog am Nachmittag spürbar an und handelte stabil oberhalb von 48 EUR pro MWh in einer Bandbreite zwischen 48,10 und 48,50 EUR pro MWh. Diese Bewegung unterstreicht die kurzfristig aufwärtsgerichtete Markttendenz. Auch entlang der Kurve zeigt sich Unterstützung, das Jahresprodukt wurde im Bereich zwischen 38,50 und 38,69 EUR pro MWh gehandelt, fiel aber im schwachen Nachmittagshandel auf unter 38 EUR/MWh. Fundamental bleibt die geopolitische Lage ein stützender Faktor. Kriegerische Entwicklungen rund um den Iran sorgen weiterhin für eine Risikoprämie, auch wenn die unmittelbare Marktreaktion auf neue Nachrichten zuletzt nachgelassen hat. Eine stärkere Aufwärtsdynamik wäre vor allem bei nachhaltigen Angebotsstörungen zu erwarten. Gleichzeitig rückt das Thema Speicherbefüllung zunehmend in den Vordergrund. Die Frage, wie stark Europa im Wettbewerb mit asiatischen Märkten um LNG steht, dürfte in den kommenden Wochen an Bedeutung gewinnen und preistreibend wirken.
Der CO₂ Markt zeigte sich heute ebenfalls fester. Politische Signale aus der Europäischen Kommission stützen die Preise, nachdem Erwartungen einer deutlichen Aufweichung des EU Emissionshandelssystems gedämpft wurden. Stattdessen sollen gezielte Anpassungen erfolgen, während langfristig stabile Rahmenbedingungen bestehen bleiben. Diese Perspektive stärkt das Vertrauen der Marktteilnehmer und sorgt für eine weiterhin feste bis stabile Preisentwicklung auf erhöhtem Niveau. Dies Nachrichten aus Brüssel erzeugten heute Party Stimmung am CO2 Markt, der Preis kletterte von 72,91 EUR/MWh auf zuletzt 75,44 EUR/MWh.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt für den morgigen Liefertag zeigt sich ein hohes Preisniveau. Die aktuelle Situation ist geprägt von einer deutlich geringeren Einspeisung erneuerbarer Energien. Insbesondere die Windproduktion fällt schwach aus und auch die Photovoltaikeinspeisung liegt klar unter dem Niveau der Vortage. Insgesamt erreicht die erneuerbare Erzeugung derzeit nur etwa die Hälfte der heutigen Werte, was die Residuallast entsprechend erhöht. Diese fundamentale Konstellation führt zu einer deutlichen Preisunterstützung am Spotmarkt. Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf das kommende Wochenende, für das wieder eine deutlich höhere Einspeisung aus Wind und Sonne erwartet wird. Bis dahin dürfte das Spotpreisniveau jedoch auf dem aktuell erhöhten Niveau verharren.
Abschluss:
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
Deutschland: 122,44 EUR pro MWh
Österreich: 124,44 EUR pro MWh