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Stand 17.04.2026, 15:45 Uhr
Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute deutlich schwächer und reagierte unmittelbar auf die Ankündigung Irans zur Öffnung der Straße von Hormus für die Dauer der bestehenden Waffenruhe zwischen Libanon und Israel. In der Folge gaben die Risikoprämien spürbar nach, insbesondere am Gasmarkt, was sich direkt auf den Strommarkt übertrug. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE startete bereits schwach bei 89,81 EUR/MWh, markierte im Tagesverlauf ein Hoch bei 90,55 EUR/MWh, geriet dann jedoch deutlich unter Druck und fiel bis auf 87,94 EUR/MWh zurück, wo er auch aktuell handelt. Hier folgt Strom dem Gasmarkt. Mit Blick auf die kommende Woche ist davon auszugehen, dass sich der Abbau geopolitischer Risikoprämien fortsetzt, wobei insbesondere die Produkte mit längeren Laufzeiten wie Cal 27 stärker reagieren dürften.
Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt setzte eine deutliche Korrektur ein. Auslöser war die Meldung zur Öffnung der Straße von Hormus, die unmittelbaren Druck von den Preisen nahm. Das Frontjahr 2027 fiel von einem Eröffnungsniveau um 35 EUR/MWh auf 32,30 EUR/MWh, aktuell liegt der Preis bei rund 33 EUR/MWh. Auch das Mai-Produkt gab deutlich nach und rutschte von etwa 42 EUR/MWh auf 37,84 EUR/MWh. Kurzfristig bleiben die Preise jedoch noch relativ hoch, da physische Lieferanpassungen Zeit benötigen. Mittelfristig überwiegt jedoch das Abwärtspotenzial.
Der CO₂-Markt zeigte sich hingegen stabilisierend und konnte von den geopolitischen Entwicklungen profitieren. Friedensgespräche wirken weiterhin unterstützend und begrenzen das Abwärtspotenzial. Die EUA-Preise stiegen im Tagesverlauf deutlich von 75,01 EUR/t auf ein Hoch bei 77,31 EUR/t und notieren aktuell bei 77,13 EUR/t. Damit rückt die Marke von 80 EUR/t wieder stärker in den Fokus. Insgesamt präsentiert sich der CO₂-Markt fest und wirkt dämpfend auf stärkere Rückgänge im Strommarkt.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein gemischtes Bild mit tendenziell stabilen bis leicht schwächeren Preisen. Die Photovoltaikeinspeisung nimmt gegenüber heute etwas zu, während die Windeinspeisung weiterhin auf niedrigem Niveau bleibt. Im Tagesverlauf am Sonntag ist mit einer leichten Zunahme der Windproduktion zu rechnen, was preisdämpfend wirken kann. In Österreich sorgt zusätzlich steigende Wasserkraftproduktion infolge der Schneeschmelze für Entlastung. Für den morgigen Liefertag wurden in beiden Preiszonen negative Stunden erwartet, mit einem Minimum von minus 5,51 EUR/MWh in Deutschland und minus 7,05 EUR/MWh in Österreich.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
- Deutschland 84,59 EUR/MWh
- Österreich 79,76 EUR/MWh