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Der Handelstag
Der Handelstag - Unsicherheit - Risiko hoch

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
07.04.2026

Der Terminmarkt präsentierte sich heute im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und anhaltender Unsicherheit. Zum Handelsstart zeigte sich der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE zunächst verhalten bei rund 92,70 EUR/MWh und konnte im frühen Verlauf bis auf 93,31 EUR/MWh zulegen. Im Anschluss setzte jedoch eine Korrektur bis auf 91,86 EUR/MWh ein, bevor am Nachmittag neue geopolitische Meldungen – insbesondere mit Angriffen auf die Insel Kharg – für einen erneuten deutlichen Preissprung bis auf 94,45 EUR/MWh sorgten. Kurz vor 16 Uhr handelte das Cal 27 seitwärts bei rund 94 EUR/MWh. Insgesamt bleibt der Markt stark nachrichtengetrieben, wobei die bevorstehende US Frist im Iran-Konflikt sowie zunehmend eskalierende Signale aus den USA die Unsicherheit hoch halten.

Brennstoffe und CO₂
Meldungen von gestern über angeblich störungsfreie LNG-Transite durch die Straße von Hormus erwiesen sich als falsch. Nach einem schwachen Start in die verkürzte Handelswoche geriet der Markt zunächst unter Druck, konnte jedoch bis zum Mittag drehen und notierte im weiteren Verlauf wieder fester. Am Nachmittag überschritt insbesondere das Lieferjahr 2027 erneut die Marke von 40 EUR/MWh (Höchstwerk 40,85 EUR/MWh), was die weiterhin bestehende geopolitische Risikoprämie widerspiegelt. Ein ähnliches Bild zeigte sich im Frontmonat Mai: Nach anfänglicher Seitwärtsbewegung und zwischenzeitlichem Rückgang unter 48,83 EUR/MWh zog der Preis im weiteren Verlauf deutlich auf über 52 EUR/MWh an. Die Entwicklung signalisiert, dass der Markt aktuell nicht von einer schnellen Entspannung ausgeht.

Der CO₂-Markt zeigte sich vergleichsweise stabil. Die Preise eröffneten auf dem Niveau vom Freitag und bewegten sich im Tagesverlauf weitgehend seitwärts. Mit einem Tageshoch bei 72,27 EUR/t bleibt der Markt in einer engen Spanne, testet jedoch weiterhin moderates Aufwärtspotenzial ausgehend von der Zone um 71,30–71,60 EUR/t. Insgesamt bleibt die Dynamik begrenzt, mit leicht unterstützender Tendenz.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt setzte sich heute das von erneuerbaren Energien dominierte Bild fort. Nach den bereits sehr schwachen Preisen am Ostermontag kam es auch heute erneut zu negativen Stundenpreisen. Haupttreiber bleibt die hohe PV-Einspeisung in Kombination mit einer gleichzeitig schwachen Nachfrage, was typisch für die aktuelle Übergangsphase im Frühjahr ist. Für den morgigen Liefertag deutet sich eine Fortsetzung dieses Musters an, sodass erneut negative Stunden auftreten. Insgesamt bleibt das Spotpreisniveau vergleichbar mit heute und damit deutlich unter Druck.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
• Deutschland: 86,97 EUR/MWh (Min. -39,93 EUR/MWh)
• Österreich: 87,58 EUR/MWh (Min. - -23,87 EUR/MWh)