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Terminmarkt
Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt sorgten die Aussagen vom Vorabend für spürbaren Optimismus. Die Aussicht auf eine mögliche Deeskalation im Nahen Osten – mit einem potenziellen Ende des Konflikts innerhalb weniger Wochen – reduzierte die geopolitische Risikoprämie deutlich. Gleichzeitig beginnt heute offiziell die Gasspeichersaison, wobei die aktuell sehr milden Wetterprognosen die Einspeicherung begünstigen. Das Kalenderjahresprodukt 2024 verzeichnete deutliche Verluste und fiel von einem Eröffnungsniveau bei 41,06 EUR/MWh auf ein Tagestief von 38,50 EUR/MWh. Im weiteren Verlauf kam es zu einer leichten Gegenbewegung, wobei die Marke von 40 EUR/MWh getestet, jedoch nicht gehalten werden konnte – aktuell handelt der Markt bei rund 39,20 EUR/MWh. Der Frontmonat Mai notiert ebenfalls schwächer, aktuell bei 47,70 EUR/MWh.
Der CO₂-Markt zeigte sich heute deutlich fester und reagierte klar auf neue regulatorische Impulse. Auslöser war eine Ankündigung der EU-Kommission zu kurzfristigen Anpassungen im EU-ETS, insbesondere im Hinblick auf die Marktstabilitätsreserve (MSR). Dabei wurde signalisiert, dass der Mechanismus zur automatischen Löschung von Zertifikaten weniger strikt ausfallen dürfte als bislang vom Markt erwartet. Diese weniger aggressive Angebotsverknappung wurde von den Marktteilnehmern als stabilisierend gewertet und reduzierte kurzfristige Unsicherheiten hinsichtlich zukünftiger regulatorischer Eingriffe. In der Folge setzte eine spürbare Aufwärtsbewegung ein, wobei die EUA-Preise insbesondere zur Mittagszeit deutlich anzogen. Der CO₂-Markt lieferte damit im Tagesverlauf einen wichtigen positiven Impuls für den Stromterminmarkt und trug wesentlich zur Stabilisierung der zuvor schwächeren Preise bei. Preisentwicklung heute: starker Start, im Verlauf zunächst eine Korrektur; nach der Mittagsmeldung deutlicher Anstieg von 72,30 auf 74,70 EUR/t, anschließend Stabilisierung auf hohem Niveau bei rund 74,40 EUR/t am Nachmittag.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein weiterhin festes, jedoch leicht gedämpftes Preisniveau. Die Windeinspeisung steigt deutlich von zuletzt sehr niedrigen 3 GW auf rund 10 GW in Deutschland an, bleibt damit jedoch weiterhin unter dem saisonalen Durchschnitt. Gleichzeitig wird ein deutlicher Anstieg der PV-Einspeisung erwartet, was preisdämpfend wirkt. Die Temperaturen liegen aktuell rund 1,7 Grad unter der Norm, steigen jedoch in Richtung Wochenende wieder an, was die Nachfrage leicht reduziert. Insgesamt ergibt sich eine ausgewogene Situation aus steigender erneuerbarer Einspeisung und moderatem Verbrauch.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
• Deutschland: 114,04 EUR/MWh
• Österreich: 134,14 EUR/MWh