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Der Handelstag
Der Handelstag - Risikominimierung

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
20.03.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute im Zeichen eines volatilen Wochenendspurts. Am Vormittag dominierten Positionsschließungen, bevor der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE zwischenzeitlich die Marke von 100 EUR/MWh überschreiten konnte (High: 100,38 EUR/MWh). Im weiteren Verlauf setzte jedoch eine leichte Gegenbewegung ein, und der Markt pendelte sich in einer Seitwärtsbewegung knapp unterhalb dieser Marke ein. Am Nachmittag notierte der Kontrakt bei rund 99,50 EUR/MWh. Die Aufwärtsbewegung wurde dabei nicht nur durch Erdgas, sondern auch durch feste CO₂-Preise gestützt. Insgesamt bleibt das Niveau hoch, wobei sich kurzfristig eine Konsolidierung knapp unterhalb von 100 EUR/MWh abzeichnet.

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt setzte sich heute die hohe Nervosität der Vortage fort, allerdings mit deutlich geringerer Dynamik. Nach der starken Preisreaktion auf die Meldungen zu Schäden am LNG-Industriekomplex in Ras Laffan bewegte sich der Markt heute in einem vergleichsweise engen Korridor. Das Lieferjahr 2027 handelte zwischen 45,90 und 47,12 EUR/MWh und stabilisierte sich am Nachmittag im Bereich von 46,70 bis 46,90 EUR/MWh. Die Aktivität blieb insgesamt überschaubar, was auf eine laufende Preisfindungsphase hindeutet. Die Quartalsprodukte Q2 und Q3 zeigten ein ähnliches Muster, verharrten jedoch auf erhöhtem Niveau - rund um 60 EUR/MWh. Die geopolitische Risikoprämie bleibt klar im Markt verankert, und das Aufwärtspotenzial besteht fort – insbesondere vor dem Hintergrund möglicher weiterer Eskalationen.

Der CO₂-Markt zeigte sich heute ebenfalls fester, konnte das hohe Niveau jedoch nicht vollständig halten. Nach einem Anstieg bis auf 69,30 EUR/t setzte eine Korrektur ein, und die Preise bewegten sich im weiteren Verlauf seitwärts in einer Bandbreite zwischen 67,20 und 68,20 EUR/t. Unterstützend wirkten politische Signale auf EU-Ebene zur Fortführung und Bedeutung des EU-ETS. Insgesamt etabliert sich damit ein neues Preisniveau um 67 EUR/t, mit stabilisierender Wirkung auf die Strompreise.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein klar festes Bild. Die Windeinspeisung fällt in Deutschland sehr gering aus, während die PV-Erzeugung zwar etwas höher ausfällt, dies jedoch die fehlende Windproduktion nicht vollständig kompensieren kann. In Österreich bleibt die PV-Einspeisung zusätzlich schwächer, wodurch sich die angespannte Versorgungssituation weiter verschärft. Die Residuallast steigt entsprechend deutlich an und sorgt für spürbaren Aufwärtsdruck auf die Preise. Erst mit Blick auf Sonntag zeichnet sich insbesondere in Deutschland eine Entspannung ab, getragen von deutlich zunehmender Windeinspeisung.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:


• Deutschland: 114,33 EUR/MWh
• Österreich: 125,71 EUR/MWh