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Der Handelstag
Der Handelstag - Ruhiger Start-hoher Spot

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
16.03.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt eröffnete heute mit einer leicht positiven Tendenz in die neue Handelswoche. Der deutsche Leitkontrakt bewegte sich am Morgen kurzzeitig bis auf rund 93 EUR/MWh, konnte dieses Niveau jedoch nicht halten und ging anschließend in eine enge Seitwärtsbewegung über. Im weiteren Tagesverlauf pendelte der Markt rund um 92,50 EUR/MWh - überwiegend in einer Spanne zwischen etwa 92 und 92,80 EUR/MWh. Insgesamt zeigt sich der Markt derzeit abwartend.
Für ganz leichte Entspannung an den Rohstoffmärkten sorgten Signale aus den USA, wonach iranisches Öl wieder durch die Straße von Hormus passieren darf. In der Folge fiel der Ölpreis unter 97 USD pro Barrel. Dies reduzierte kurzfristig die geopolitische Risikoprämie, verändert jedoch die fundamentale Lage im Energiemarkt kaum. Der Stromterminmarkt orientiert sich weiterhin stark an den Bewegungen im Gasmarkt, der aktuell den wichtigsten Taktgeber darstellt.

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt zeigte sich zum Wochenauftakt nur wenig Dynamik. Das kommende Lieferjahr bewegt sich weiterhin in einer engen Handelsspanne zwischen rund 37,20 und 38 EUR/MWh. Auch strukturell bleibt der Markt stabil: Der Speicherstand in der EU liegt aktuell bei rund 29 %, während Europa weiterhin im Wettbewerb mit Asien um LNG-Lieferungen steht. Bisher gelingt es Europa jedoch, preislich konkurrenzfähig zu bleiben. Nur wenige LNG-Schiffe ändern derzeit ihre Routen. Gleichzeitig bleiben größere Transportströme durch die Straße von Hormus weiterhin eingeschränkt, sodass eine vollständige Normalisierung der Lieferketten noch nicht absehbar ist.
 Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt weiterhin die Struktur der Terminpreise: Der Q2-Kontrakt liegt aktuell bei rund 51 EUR/MWh, während auch Q3 weiterhin oberhalb von 50 EUR/MWh notiert und damit eine insgesamt feste Terminstruktur signalisiert. Die kurzfristigen Wetterprognosen deuten zwar auf mögliche niedrigere Temperaturen Ende März hin, die entsprechenden Modelle gelten jedoch bislang noch als wenig belastbar.

Am CO₂-Markt setzte heute eine deutliche Korrektur ein. Die EUA-Preise eröffneten schwach bei etwa 69,20 EUR/t, konnten im Vormittagshandel zwar kurzzeitig wieder die Marke von 70 EUR/t testen, prallten dort jedoch ab. Im weiteren Tagesverlauf bewegte sich der Markt wieder in Richtung 69 EUR/t. Insgesamt zeigt sich der CO₂-Markt derzeit klar schwächer, was kurzfristig auch den Stromterminmarkt leicht belastet.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeichnet sich für morgen erneut ein deutlich höheres Preisniveau ab. Hintergrund ist vor allem ein spürbarer Rückgang der Windeinspeisung. Die Windproduktion in Deutschland soll von rund 28-29 GW heute auf lediglich etwa 10 GW morgen zurückgehen. Entsprechend steigt die Residuallast deutlich an, was die Preise am Day-Ahead-Markt nach oben treibt.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:


• Deutschland: 126,16 EUR/MWh
• Österreich: 131,15 EUR/MWh