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Der Handelstag
Der Handelstag - Volatilität und Profit Taking

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
04.03.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute äußerst volatil und klar nachrichtengetrieben. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE startete leicht fester bei rund 87,20 EUR/MWh, konnte am Morgen zunächst noch bis auf 88,86 EUR/MWh zulegen und testete damit erneut ein wichtiges Widerstandsniveau, woraufhin der Markt im weiteren Tagesverlauf nach unten drehte. In der Folge setzte eine deutliche Korrekturbewegung ein, die den Kontrakt in Richtung 85 EUR/MWh führte. 

Das Marktverhalten entspricht dabei einem typischen Muster in geopolitisch geprägten Phasen: Nach der starken Rally gestern kommt es zu Gewinnmitnahmen und Positionsanpassungen. Insgesamt bleibt die Handelsaktivität stark von Nachrichten geprägt, während sich viele Marktteilnehmer aktuell in einer abwartenden Haltung befinden. Kurzfristig überwiegt damit eine volatile Seitwärts- bis Korrekturbewegung auf erhöhtem Preisniveau.

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt versucht der Markt derzeit, die geopolitische Lage einzuordnen. Insgesamt scheint sich die Einschätzung durchzusetzen, dass eine langfristige Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran derzeit nicht als Basisszenario betrachtet wird. Ganz aktuelle US-Medien berichten bereits über mögliche diplomatische Kontakte beziehungsweise Verhandlungen zwischen beiden Seiten.

Dennoch bleibt die Risikoprämie am Markt hoch, da jederzeit neue Impulse auftreten können. Für das Frontjahr wird ein Niveau von über 30 EUR/MWh weiterhin als kurzfristige Benchmark betrachtet. Gleichzeitig kam es auch bei einigen kürzeren Laufzeiten zuletzt zu deutlichen Korrekturen – teilweise im Bereich von 13 bis 14 % gegenüber den jüngsten Höchstständen. 

Trotz der jüngsten Korrektur bleibt Gas damit historisch betrachtet teuer. Die Risikoasymmetrie im geopolitischen Umfeld ist weiterhin hoch, da bereits begrenzte Störungen der Infrastruktur oder der Transportwege erhebliche Marktreaktionen auslösen könnten. Zusätzlich sorgt eine weitere geopolitische Meldung für Aufmerksamkeit: Ein russischer LNG-Tanker wurde heute im Mittelmeer versenkt – ein Ereignis, das noch nicht richtig eingeordneter werden kann.

Der CO₂-Markt zeigte sich heute dagegen etwas schwächer. Die EUA-Preise bauten im Tagesverlauf weiter ab und bewegten sich am Nachmittag bei rund 70,50 EUR/t. Fundamental wirkt CO₂ derzeit nur begrenzt preisstützend für den Strommarkt. Eine stärkere Wirkung würde sich vor allem dann entfalten, wenn aufgrund knapper Gasverfügbarkeit vermehrt Kohlekraftwerke eingesetzt werden müssten. Aktuell überwiegt jedoch die politische Diskussion rund um mögliche Anpassungen im europäischen Emissionshandelssystem, was tendenziell preisdämpfend wirkt.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt bleibt das Preisniveau weiterhin hoch, dürfte für den morgigen Liefertag jedoch etwas nachgeben. Hintergrund ist eine erwartete Zunahme der Windeinspeisung. Dennoch bleibt die Windproduktion insgesamt ungewöhnlich niedrig und liegt weiterhin deutlich unter dem saisonalen Durchschnitt – aktuell etwa bei rund der Hälfte des üblichen Niveaus.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
• Deutschland: 110,86 EUR/MWh
• Österreich: 114,45 EUR/MWh