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Der Handelstag
Der Handelstag - Rally setzt ein

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
03.03.2026

ETerminmarkt
Der Terminmarkt befindet sich heute weiterhin klar im Rally-Modus. Nach der gestrigen Eskalation mit Angriffen auf Energieinfrastruktur und der Zuspitzung rund um eine mögliche Schließung der Straße von Hormus steigen heute nicht nur die Gaspreise deutlich, sondern auch der Strommarkt reagiert mit kräftigen Aufschlägen.

Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE eröffnete heute sehr stark und sprang um nahezu 10 EUR/MWh von rund 80 EUR/MWh auf 90,85 EUR/MWh. Im weiteren Tagesverlauf setzte jedoch eine Korrekturbewegung ein, sodass sich der Kontrakt am Nachmittag in einer Seitwärtsbewegung im Korridor zwischen 88,50 und 87,50 EUR/MWh einpendelte.

Die Quartalsprodukte bleiben ebenfalls klar über 100 EUR/MWh. Das Frontquartal April notierte teilweise über 110 EUR/MWh Haupttreiber ist heute eindeutig der Gasmarkt, während CO₂ zusätzliche, wenn auch moderate Unterstützung liefert. Die Volatilität bleibt heute hoch und das Marktumfeld ausgesprochen nervös.

Kurzfristig wirkt die geopolitische Risikoprämie massiv preisstützend. Mittelfristig bleibt der Markt stark nachrichtengetrieben und anfällig für schnelle Richtungswechsel. Langfristig hängt die Entwicklung maßgeblich davon ab, ob es zu nachhaltigen Störungen der globalen Energieflüsse kommt.

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt sind die Auswirkungen der gestrigen Angriffe auf Gasinfrastruktur heute deutlich spürbar. Die Schließung der Straße von Hormus für westliche Schiffe hat weitreichende Implikationen für den globalen Energiemarkt. Besonders kurzfristige Produkte verzeichneten heute extreme Preisspitzen.

Beispielsweise stieg Q2 2026 zwischenzeitlich auf 63,28 EUR/MWh, bevor sich der Kontrakt wieder in Richtung 55 EUR/MWh einpendelte. Das Lieferjahr 2027 notiert bei 33,45 EUR/MWh und korrigierte im Tagesverlauf in Richtung 32 EUR/MWh. Grundsätzlich gilt heute: Je weiter die Laufzeit, desto größer bleibt das eingepreiste strukturelle Aufwärtspotenzial. Die möglichen Auswirkungen eines anhaltenden Konflikts wären sehr weitreichend – hierzu wird eine separate Analyse folgen.

Der CO₂-Markt steht heute zwar im Schatten der Gasrally, zieht jedoch mit an. Die EUA-Preise stiegen von rund 70 EUR/t auf 74 EUR/t und notieren am Nachmittag bei etwa 73,60 EUR/t. Damit verstärkt CO₂ die preisstützende Wirkung auf den Stromterminmarkt zusätzlich. Kurzfristig bleibt der Markt fest, auch wenn die Dynamik primär vom Gas ausgeht.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich bei der heutigen Auktion eine leichte Entspannung gegenüber gestern. Für Deutschland wird morgen eine etwas höhere Windeinspeisung erwartet als heute, zudem nimmt die PV-Erzeugung zu. Entsprechend geben die Preise nach. Auch in Österreich zeigen sich die Preise leicht gedämpft, bleiben jedoch auf vergleichsweise hohem Niveau.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
• Deutschland: 92,87 EUR/MWh
• Österreich: 104,22 EUR/MWh