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Der Handelstag
Der Handelstag - Krieg!

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
02.03.2026

Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute äußerst volatil und klar von der geopolitischen Unsicherheit rund um den Iran-USA-Konflikt geprägt. Bereits am Morgen startete der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE mit deutlichen Aufschlägen und erreichte in der Spitze 83,80 EUR/MWh. Begleitet wurde diese Bewegung von außergewöhnlich hohen Handelsvolumina, was auf eine ausgeprägte Nervosität und umfangreiche Positionsanpassungen hindeutet. Im weiteren Verlauf setzte eine zwischenzeitliche Beruhigung ein, wobei sich der Kontrakt im Bereich von 81,20 bis 81,40 EUR/MWh stabilisierte. Mit erneuten Impulsen vom Gasmarkt zog der Preis am Nachmittag nochmals an und tendierte wieder in Richtung 81,60 EUR/MWh. Insgesamt ist heute weiterhin von einer anhaltend hohen Volatilität auszugehen.

Kurzfristig wirkt die geopolitische Risikoprämie klar preisstützend. Mittelfristig bleibt der Markt stark nachrichtengetrieben und anfällig für abrupte Richtungswechsel. Langfristig hängt die weitere Entwicklung maßgeblich davon ab, ob sich die Versorgungslage strukturell verschärft oder eine nachhaltige Entspannung eintritt. 

Brennstoffe und CO₂
Am Gasmarkt dominierte heute eindeutig der geopolitische Einfluss. Der Markt reagierte sensibel auf die Eskalation im Nahen Osten, da mit Katar (LNG für Asien und indirekt Europa), Israel (Ägypten) und Iran (Türkei) zentrale Akteure im regionalen Gasgefüge betroffen sind. Die Straße von Hormus ist aktuell nicht passierbar, zudem sorgten Drohneneinschläge in die größte LNG-Anlage Katars für erhebliche Nervosität. Besonders das Quartalsprodukt Q2 legte deutlich zu und stieg über die Marke von 46 EUR/MWh. Auch der Jahrespreis überschritt die Schwelle von 30 EUR/MWh. Der Aufwärtstrend bleibt damit intakt. Kurzfristig ist das Preisrisiko klar nach oben gerichtet. Mittelfristig hängt vieles von der tatsächlichen Beeinträchtigung physischer Lieferströme ab. Verwerfungen am Gasmarkt dürften zudem den Kohlepreis spürbar stärken.  

Der CO₂-Markt zeigte heute hingegen kaum ausgeprägte Reaktionen auf die geopolitischen Spannungen. Die EUA-Preise bewegten sich in einem engen, aber volatilen Korridor zwischen 69,20 und 70,14 EUR/t seitwärts. Der Markt verharrt aktuell in einer abwartenden Haltung. Kurzfristig bleibt CO₂ richtungslos mit leichter Seitwärtstendenz. Mittelfristig könnten steigende Gas- und vor allem Kohlepreise jedoch unterstützend wirken. Unsicherheiten kommen hier vor allem von der Politik.

Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigten sich heute höhere Preise infolge geringerer Windeinspeisung. Die PV-Erzeugung bewegt sich etwa auf dem Niveau von heute, während die Temperaturen deutlich über der Norm liegen. Trotz der milden Witterung sorgt das reduzierte Windangebot für eine erhöhte Residuallast und entsprechend festere Day-Ahead-Preise.

Kurzfristig bleiben die Spotpreise unterstützt, solange das Windangebot unterdurchschnittlich bleibt. Mittelfristig dürfte die Temperaturentwicklung dämpfend wirken, sofern sich keine erneuten Angebotsengpässe ergeben. Langfristig bleibt der Spotmarkt stark wetterabhängig und strukturell volatil.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
• Deutschland: 106,52 EUR/MWh
• Österreich: 108,62 EUR/MWh