Teil 1: Stromerzeugung 2025
Die deutsche Stromerzeugung hat 2025 eine neue strukturelle Phase erreicht. Mit rund 278 TWh aus erneuerbaren Energien stieg deren Anteil an der gesamten Nettostromerzeugung auf etwa 57 %. Im öffentlichen Strommix lag der EE-Anteil sogar bei 55,9 % und damit leicht über dem Vorjahr. Windkraft blieb mit rund 132 TWh wichtigste Erzeugungsquelle, während Solar mit 87 TWh einen neuen Rekordwert erzielte und erstmals die Braunkohle überholte.
Auffällig ist dabei die zunehmende Diskrepanz zwischen installierter Leistung und tatsächlich verfügbarer Strommenge. Während die Photovoltaik ihre Ausbauziele übertraf, blieb insbesondere Wind onshore deutlich hinter den EEG-Zielen zurück, was die insgesamt verfügbare EE-Menge begrenzte. Gleichzeitig nahmen Eigenverbrauch und dezentrale Erzeugung weiter zu – ein Trend, der den Spotmarkt zunehmend entkoppelt von klassischen Erzeugungslogiken beeinflusst.
Markteinordnung:
Der strukturelle Shift zugunsten von Solar und Wind verstärkt die Volatilität und reduziert die Preisstützung durch konventionelle Grundlast. Für Marktteilnehmer wird Flexibilität – sowohl technisch als auch handelsseitig – zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.