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Erdgas + LNG
Gaspreise geben zum Wochenauftakt nach

Erdgas und LNG Analyse

03.11.2026

Milderer Wetterausblick und diplomatische Hoffnungen lösen deutliche Verluste aus – LNG-Versorgung bleibt für den Winter entscheidend

Aktuelle Marktsituation

Die europäischen Gaspreise sind zum Wochenauftakt deutlich gefallen. Der TTF-Spotpreis sank auf 94,08 EUR/MWh und verlor rund 10 %. Auch der Monatskontrakt gab um rund 10 % auf 93,15 EUR/MWh nach. Der Jahrespreis fiel ebenfalls um rund 10 % auf 73,66 EUR/MWh. Damit korrigierte der Markt deutlich von den zuletzt erreichten hohen Preisniveaus.

Belastet wurden die Preise vor allem durch mildere Wetterprognosen und Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Konflikt mit Iran. Gleichzeitig bleiben geopolitische Schlagzeilen ein wesentlicher Treiber der kurzfristigen Preisentwicklung. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch Berichte über eine mögliche Wiederaufnahme russischer Gasexporte nach Europa über die Ukraine.

Die fundamentale Versorgungslage bleibt angespannt. Die europäischen Speicher waren zuletzt zu 74,62 % gefüllt und lagen damit rund 8 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Besonders niedrig sind die Füllstände in Deutschland mit 61 % und in den Niederlanden mit 66 %. Gleichzeitig gingen die norwegischen Pipelineflüsse nach Europa um 8 Mio. Kubikmeter zurück.

LNG bleibt deshalb ein zentraler Versorgungsfaktor. Im Oktober lagen die LNG-Lieferungen mit insgesamt 12,3 Mrd. Kubikmetern 17 % über dem Septemberniveau. Deutschland ist trotz seines erheblichen Speicherdefizits in diesem Jahr der stärkste europäische Wachstumsmarkt für LNG.

Aktuell besitzt Europa im Wettbewerb um Atlantik-Ladungen einen Vorteil gegenüber Asien. Der JKM-TTF-Spread für Januar liegt bei umgerechnet rund 2,07 EUR/MWh. Damit bleibt Europa derzeit attraktiv für LNG-Ladungen. Ein Wetterumschwung in Asien oder neue Störungen im Nahen Osten könnten dieses Verhältnis allerdings rasch verändern.

Kurzer Ausblick

Kurzfristig bleibt der Gasmarkt stark vom Wetter und von geopolitischen Entwicklungen abhängig. Die deutlich niedrigeren Speicherstände und der weiterhin hohe LNG-Bedarf begrenzen das Abwärtspotenzial, während mildere Temperaturen und diplomatische Fortschritte zusätzlichen Preisdruck auslösen können. Gleichzeitig muss Europa im Wettbewerb mit Asien preislich attraktiv bleiben, um ausreichende LNG-Mengen anzuziehen.

Die Volatilität dürfte entsprechend hoch bleiben. Sollten sich in den kommenden Tagen keine neuen militärischen Eskalationen ergeben und die milderen Wetterprognosen Bestand haben, erscheint nach dem starken Preisrückgang eine Stabilisierung auf weiterhin erhöhtem Niveau mit einer eher seitwärts gerichteten Entwicklung wahrscheinlich. Neue geopolitische Spannungen, kältere Wetterprognosen oder ungeplante Versorgungsausfälle könnten dagegen kurzfristig erneut deutliche Preisspitzen auslösen.

Erdgas-Speicher-Volumen EU
Erdgas TTF Cal 27
Erdgas DA TTF