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Der Handelstag
CO₂ unter Druck

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte! 

von Andreas Forster
17.07.2026

Terminmarkt

Der deutsche Jahreskontrakt Cal 2027 konnte sich erneut oberhalb der Marke von 100 EUR/MWh behaupten und stieg auf 104,84 EUR/MWh. Haupttreiber bleibt weiterhin der feste Gasmarkt, der den Strompreisen Rückenwind verleiht. Bemerkenswert ist, dass der Rückgang am CO₂ Markt den Stromterminmarkt kaum belastete. Die geringere Handelsaktivität während der Ferienzeit führt zudem zu einer niedrigeren Liquidität, wodurch bereits kleinere Orders stärkere Preisbewegungen auslösen können. 

Erdgas und LNG

Der Gasmarkt setzte seinen Aufwärtstrend fort. Das Lieferjahr 2027 notierte zuletzt bei 42,65 EUR/MWh, während der Frontmonat auf 57,56 EUR/MWh anstieg. Gegen Ende der kommenden Woche werden in weiten Teilen Europas niedrigere Temperaturen erwartet. In Norwegen stehen neue Wartungsarbeiten an, die das Angebot vorübergehend reduzieren dürften. Zusätzlich steigen die Gaspreise in Asien, wodurch wieder mehr LNG Lieferungen in diese Region umgeleitet werden könnten. Der Irankrieg und der weiterhin eingeschränkte Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus halten die Risikoprämie aufrecht.

CO₂

Der CO₂ Markt geriet heute deutlich unter Druck. Nach der Entscheidung zur Überarbeitung des europäischen Emissionshandelssystems fiel der EUA Dezember 2026 Kontrakt zeitweise deutlich unter die Marke von 80 EUR/t und notierte zuletzt bei 79,89 EUR/t. Die beschlossene Reform sieht eine flachere Reduktionskurve der Zertifikatsmenge sowie eine verlängerte kostenlose Zuteilung für die Industrie vor. Kurzfristig wirkte diese Entscheidung klar preisdämpfend.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt entspannte sich die Lage für den morgigen Liefertag etwas. In Deutschland führten kühlere Temperaturen und eine höhere Bewölkung zu einer geringeren Stromnachfrage sowie einer niedrigeren Solarproduktion. Gleichzeitig bleibt Frankreich der wichtigste Einflussfaktor. Hohe Temperaturen, niedrige Flusspegel und weiterhin eingeschränkte Kernkraftkapazitäten sorgen dort für anhaltende Unsicherheit und hohe Volatilität. Eine erneute Hitzewelle gegen Ende des Monats bleibt weiterhin ein wesentliches Marktrisiko. Für morgen werden sowohl in Deutschland als auch in Österreich leicht negative Stundenpreise erwartet. Ursache ist ein kurzfristiges Überangebot während der Mittagsstunden, wenn die Solarproduktion trotz der Bewölkung die Nachfrage zeitweise übersteigt. Mit minus 4,87 EUR/MWh in Deutschland beziehungsweise minus 5,00 EUR/MWh in Österreich bleiben die negativen Preise jedoch moderat. Die Preisspanne im deutschen Day Ahead Markt reicht von minus 4,87 EUR/MWh bis 168,41 EUR/MWh und beträgt damit 173,28 EUR/MWh, was die weiterhin hohe wetterbedingte Volatilität verdeutlicht.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

• Deutschland: 82,46 EUR/MWh

• Österreich: 96,42 EUR/MWh