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Der Handelstag
CO₂ belastet Strom

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte! 

von Andreas Forster
16.07.2026

Terminmarkt

Der Stromterminmarkt zeigte sich heute etwas schwächer. Der deutsche Leitkontrakt notiert aktuell bei 103,31 EUR/MWh. Im Tagesverlauf bewegte sich der Preis zwischen 102,31 EUR/MWh und 104,75 EUR/MWh. Nach dem Rückgang an die untere Handelsspanne stabilisierte sich der Kontrakt wieder entlang der Marke von 103 EUR/MWh.

Belastend wirkten vor allem die schwächeren Vorgaben von Erdgas und CO₂. Das Handelsvolumen blieb jedoch gering, weshalb die Bewegung bislang nicht als eindeutiger Richtungswechsel zu bewerten ist. Insgesamt zeigt sich der Stromterminmarkt seitwärts bis leicht schwächer. Die Marke von 103 EUR/MWh bildet kurzfristig den zentralen Orientierungsbereich.

Erdgas und LNG

Der Gasmarkt testete heute bei dünnem Handel zunächst die untere Begrenzung der jüngsten Handelsspanne, konnte sich im weiteren Tagesverlauf jedoch wieder erholen. Das Lieferjahr 2027 notiert aktuell bei 41,69 EUR/MWh. Der Frontmonat August bewegt sich weiterhin auf einem deutlich höheren Niveau von rund 54,60 EUR/MWh.

Fundamental bleibt der Ausblick weitgehend unverändert. Die hohe temperaturbedingte Nachfrage in Europa erschwert die Speicherbefüllung, während gleichzeitig der Wettbewerb mit Asien um verfügbare LNG Mengen bestehen bleibt. Zusätzlich sorgt die weiterhin ungeklärte Konfliktsituation im Nahen Osten für eine Risikoprämie. Davon ist insbesondere der asiatische LNG Markt betroffen, mögliche Auswirkungen auf Transportwege und Lieferströme können jedoch auch Europa erfassen.

CO₂

Der EUA Dez 26 Kontrakt geriet heute deutlich unter Druck. Der aktuelle Preis liegt bei 79,09 EUR/t und damit 2,56 Prozent unter dem vorherigen Schlusskurs. Im Tagesverlauf fiel der Kontrakt bis auf 78,95 EUR/t, nachdem zu Handelsbeginn noch Preise von knapp 81 EUR/t erreicht worden waren.

Im Mittelpunkt stehen die für morgen erwarteten Vorschläge der Europäischen Kommission zur Reform des europäischen Emissionshandelssystems. Marktbeobachter bewerten die diskutierten Maßnahmen insgesamt als leicht preisdämpfend. Entsprechend reduzieren Marktteilnehmer vor der Präsentation Positionen und drücken den Preis an das untere Ende der jüngsten Handelsspanne.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt steigen die Preise für morgen auf ein sehr hohes Niveau. Ausschlaggebend sind die geringe Windproduktion und eine im Vergleich zu den vergangenen Tagen schwächere Photovoltaikeinspeisung. Für Deutschland werden zeitweise lediglich rund 6 GW Windleistung und in der Spitze etwa 33 GW Photovoltaik erwartet. 

Der deutsche Basepreis erreicht 140,63 EUR/MWh. Der höchste Viertelstundenpreis liegt bei 176,95 EUR/MWh, der niedrigste bei 97,68 EUR/MWh. In Österreich liegt der Basepreis mit 144,79 EUR/MWh erneut über dem deutschen Niveau. 

Für Samstag zeichnet sich eine deutliche Entspannung ab. Die Windproduktion in Deutschland dürfte sich gegenüber Freitag ungefähr verfünffachen. Gleichzeitig steigt die Photovoltaikeinspeisung in der Spitze auf rund 41 GW. Die höhere erneuerbare Erzeugung sollte die Residuallast reduzieren und spürbaren Druck auf die kurzfristigen Strompreise ausüben.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 140,63 EUR/MWh

Österreich: 144,79 EUR/MWh