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Der Handelstag
Der Handelstag - Volatilität bleibt hoch

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
11.06.2026

Terminmarkt

Der Terminmarkt zeigte sich heute erneut volatil und klar nachrichtengetrieben. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE startete nach den jüngsten Kampfhandlungen und dem Anstieg des Ölpreises deutlich fester bei 96,35 EUR/MWh. Im weiteren Handelsverlauf gab der Markt zunächst nach und markierte ein Tagestief bei 95,60 EUR/MWh. Mit der Meldung, dass Trump harte Maßnahmen gegen Iran ankündigte und zugleich eine Kontrolle über die Ölindustrie ins Spiel brachte, drehte der Markt wieder nach oben und handelte erneut oberhalb von 96 EUR/MWh.

Aktuell liegt Cal 27 bei 96,27 EUR/MWh und damit leicht über dem Vortagesschluss. Das Tageshoch wurde bei 96,58 EUR/MWh erreicht. Insgesamt bleibt der Stromterminmarkt gut unterstützt. Neben der geopolitischen Risikoprämie wirken vor allem Erdgas und CO₂ stabilisierend. Die Preisbildung bleibt damit kurzfristig stark von neuen Nachrichten zur Lage im Nahen Osten geprägt.

Erdgas und LNG

Am Gasmarkt dominierten heute ebenfalls deutliche Schwankungen. Das Lieferjahr 2027 eröffnete zunächst rund 0,50 EUR/MWh tiefer und fiel im Tagesverlauf bis auf 37,95 EUR/MWh zurück. Mit den neuen Meldungen aus den USA zog der Kontrakt jedoch wieder auf sein Eröffnungsniveau an und notiert aktuell bei 38,53 EUR/MWh. Damit handelt Gas erneut nahe dem Tageshoch von 38,55 EUR/MWh.

Auch der Frontmonat zeigte eine ähnliche Bewegung. Der Juli Kontrakt fiel zunächst unter die Marke von 50 EUR/MWh bis auf rund 49,30 EUR/MWh, stieg anschließend aber wieder auf 50,50 EUR/MWh. Der Markt bleibt damit klar geopolitisch sensibilisiert. Gleichzeitig rückt der Wettbewerb mit Asien um LNG Mengen stärker in den Vordergrund. Hitzewellen in Asien und Europa können die Nachfrage nach flexiblen LNG Ladungen erhöhen und damit zusätzliche Preisdynamik auslösen. Fundamental bleibt der Gasmarkt daher trotz zwischenzeitlicher Rücksetzer gut unterstützt.

CO₂

Der CO₂ Markt eröffnete heute zunächst in etwa auf dem Niveau des Vortages, konnte die frühen Gewinne aber nicht halten. Der EUA Preis liegt aktuell bei 77,00 EUR/t und damit 0,50 EUR/t unter dem Vortag. Das Tageshoch wurde bereits zur Eröffnung bei 77,41 EUR/t erreicht, anschließend fiel der Markt bis auf 76,55 EUR/t zurück.

Belastend wirkte vor allem die politische Unsicherheit rund um mögliche institutionelle Anpassungen innerhalb der EU. Die diskutierten Vorschläge zur Neuordnung von Zuständigkeiten zwischen der EU Außenbeauftragten, der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten erhöhen kurzfristig die Unsicherheit über Entscheidungsprozesse und Krisenkoordination. Aus Marktsicht bleibt CO₂ damit zwar weiterhin von energiepolitischen und fundamentalen Faktoren getragen, kurzfristig überwiegt jedoch eine abwartende bis leicht schwächere Tendenz.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt sinken die Preise für den morgigen Liefertag spürbar. Hintergrund ist eine zunehmende Windeinspeisung, die bereits morgen deutlich auf die Preisbildung wirkt. Für das Wochenende wird eine massive Windproduktion in Norddeutschland erwartet. Diese dürfte insbesondere am Samstag zu sehr niedrigen und voraussichtlich deutlich negativen Stundenpreisen führen. Auch wird die PV Einspeisung auf Rekordwerte ansteigen. Die extremen Werte für Samstag werden in der morgigen Analyse genauer einzuordnen sein.

In Deutschland liegt der niedrigste Viertelstundenwert bei 51,26 EUR/MWh, der höchste bei 134,49 EUR/MWh. Daraus ergibt sich ein Spread von 83,23 EUR/MWh. In Österreich reicht die Spanne von 42,95 EUR/MWh bis 141,99 EUR/MWh, was einem Spread von 99,04 EUR/MWh entspricht. 

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 97,46 EUR/MWh

Österreich: 102,77 EUR/MWh

 

Erstellt heute um 15:43 Uhr.