Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute fester. Nach der Eskalation im Nahen Osten und den daraus resultierenden Impulsen vom Erdgas konnte auch der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE deutlich zulegen. Der aktuelle Preis liegt bei rund 95,70-95,81 EUR/MWh. Im Tagesverlauf stieg der Kontrakt bis auf 96,20 EUR/MWh, nachdem er bei 94,92 EUR/MWh eröffnet hatte. Damit setzt sich die Aufwärtsbewegung fort, auch wenn das Marktumfeld weiterhin von Unsicherheit geprägt bleibt. Insgesamt erschweren die fragile Nachfragesituation und die geopolitische Lage eine klare fundamentale Einordnung.
Erdgas und LNG
Am Gasmarkt bleibt die Lage angespannt. Der Lieferjahreskontrakt 2027 notiert aktuell knapp über 37 EUR/MWh und liegt damit über dem Vortagesschluss. Der Markt versucht weiterhin, die politischen Risiken rund um Iran und die Straße von Hormus einzupreisen. Die Diskussion um mögliche Angebotsrisiken wird durch hohe LNG Preise zusätzlich verstärkt. Der Frontmonat liegt aktuell bei 48,91 EUR/MWh und steigt auch leicht an. Im Durchschnitt ist der Juni der stärkste Einspeichermonat des Jahres. Sollten sich die Speicherinjektionen im Juni ähnlich schwach entwickeln wie im April und Mai, würden Einspeicherungen von unter 300 Mio. m³ pro Tag die Speicherstände deutlich unter 70 Prozent Auslastung halten. Das Preisniveau damit unterstützt, da geopolitische Risikoprämien und mögliche Störungen der globalen LNG Ströme im Vordergrund stehen.
CO₂
Der CO₂ Markt zeigte sich heute ebenfalls fester, konnte die Marke von 80 EUR/t jedoch nicht nachhaltig behaupten. Der aktuelle Preis liegt bei 79,44 EUR/t. Im Tagesverlauf wurde ein Hoch bei 80,31 EUR/t erreicht, anschließend kam es zu Gewinnmitnahmen. Die Bewegung wurde durch den festeren Brennstoffkomplex und die allgemeine Risikoaversion gestützt. Gleichzeitig bleibt der Markt vor dem verlängerten Wochenende vorsichtig, sodass Positionsglattstellungen eine stärkere Fortsetzung der Aufwärtsbewegung zunächst begrenzen.
Spotmarkt und Allgemeines
Trotz steigender Windeinspeisung bleiben die Day Ahead Preise in Deutschland und Österreich ganz leicht negativ bzw. positiv, allerdings deutlich gedämpfter als zuletzt. Für Deutschland ergibt sich ein Basepreis von 61,34 EUR/MWh. Das zeigt, dass die Preise insbesondere in den Tagesstunden durch hohe Einspeisung aus Wind und Photovoltaik belastet werden. Die niedrigste Stunde liegt bei minus 0,08 EUR/MWh und fällt damit nur leicht negativ aus. Der Spread zwischen höchster und niedrigster Stunde beträgt 121,83 EUR/MWh.
In Österreich liegt der Basepreis für morgen bei 70,29 EUR/MWh, der Peakpreis bei 40,25 EUR/MWh. Auch hier dämpft die erneuerbare Erzeugung die Tagesstunden, negative Stundenpreise treten jedoch nicht auf. Der niedrigste Stundenpreis liegt bei 0,03 EUR/MWh. Der Spread zwischen höchster und niedrigster Stunde beträgt 139,16 EUR/MWh.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
Deutschland: 61,34 EUR/MWh
Österreich: 70,29 EUR/MWh