Diese Seite verwendet Cookies um die Nutzererfahrung zu ermöglichen und zu verbessern. Details dazu und zum Datenschutz finden Sie hier

Der Handelstag
Der Handelstag - Volatilität bleibt hoch

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
27.05.2026

Terminmarkt

Der Terminmarkt zeigte sich heute volatil, blieb im Strom jedoch vergleichsweise kontrolliert. Der deutsche Stromterminmarkt eröffnete nahe dem Vortagesniveau und bewegte sich im Tagesverlauf in einer engen Spanne zwischen 92,10 EUR/MWh und 92,85 EUR/MWh. Zuletzt notierte der Kontrakt bei 92,42 EUR/MWh.

Im Vergleich zu Erdgas und CO₂ fiel die Bewegung im Strom weniger stark aus. Der Markt wartet weiterhin auf neue Impulse. Eine mögliche Entspannung rund um einen Iran USA Deal könnte risikomindernd wirken, während wetterseitig weiterhin Aufwärtspotenzial besteht. Besonders eine steigende Nachfrage bei sommerlicher Witterung oder sinkender Kraftwerksverfügbarkeit könnte den Markt erneut stützen. Insgesamt bleibt der Terminmarkt anfällig für schnelle Richtungswechsel, zeigt aktuell aber noch keine klare Ausbruchsdynamik.

Terminmarkt Erdgas und LNG

Am Erdgasmarkt blieb die Unsicherheit hoch. Das Lieferjahr 2027 notierte zuletzt bei 36,30 EUR/MWh und lag damit 0,58 EUR/MWh beziehungsweise 1,58 Prozent unter dem Vortagesschluss. Der Kontrakt eröffnete bei 36,70 EUR/MWh, erreichte dort auch sein Tageshoch und fiel im Verlauf bis auf 36,08 EUR/MWh zurück - aktuell liegt der Preis bei 36,30 EUR/MWh.

Fundamental steht weiterhin die geopolitische Risikoprämie im Vordergrund. Die Lage rund um Iran bleibt ein großes Fragezeichen. Sollte sich keine belastbare Entspannung abzeichnen, dürfte der Markt weiter sensibel auf Aufwärtsrisiken reagieren. Zusätzlich sorgt ein laut iranischem Staatsfernsehen vorliegender Entwurf für ein Rahmenabkommen mit den USA für leichte Entspannung. Da die Absichtserklärung jedoch noch nicht finalisiert ist, bleibt die Risikoprämie im Gasmarkt vorerst bestehen. Gleichzeitig laufen die US Exportforderungen auf Hochtouren und helfen, mögliche Ausfälle oder Unsicherheiten rund um Katar teilweise zu kompensieren. Zusätzlich könnte der Markt auf eine steigende Nachfrage infolge höherer Temperaturen und sinkender Kraftwerksverfügbarkeit reagieren. Trotz des heutigen Rückgangs bleibt Erdgas damit fundamental gut unterstützt, aber stark nachrichtengetrieben. Der Frontmonat wurde mit 45,55 EUR/MWh heute gehandelt. Damit bleibt auch der kurzfristige Gasmarkt auf einem erhöhten Niveau.

Terminmarkt CO₂

Der CO₂ Markt zeigte sich heute fester und testete erneut die Marke von 80 EUR/t. Der EUA Kontrakt notierte zuletzt bei 79,00 EUR/t und lag damit 0,96 EUR/t beziehungsweise 1,23 Prozent über dem Vortagesschluss. Das Tageshoch lag bei 79,68 EUR/t, womit die 80 EUR/t Marke zwar in Reichweite kam, aber nicht nachhaltig überschritten wurde. Am Nachmittag lag der Preis bei 78,70 EUR/t.

Marktpsychologisch bleibt diese Zone wichtig. Ein klarer Ausbruch über 80 EUR/t könnte Anschlusskäufe auslösen, während das aktuelle Niveau zunächst als Widerstandsbereich wirkt. Der Markt wartet nun auf weitere Impulse. Kurzfristig bleibt CO₂ damit fest, aber noch ohne bestätigten Ausbruch nach oben.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt zeigt sich für den morgigen Liefertag eine extreme Preisvolatilität. Der Rückgang der Windproduktion führt zu einer deutlich höheren Residuallast und verstärkt die Preisschwankungen über den Tag. Besonders auffällig ist die Badewannenkurve mit sehr niedrigen Preisen in einzelnen Stunden und massiven Preisspitzen in Knappheitsphasen. Für morgen wird kaum Wind erwartet, während die Windeinspeisung am Freitag wieder ansteigen dürfte.

In Deutschland liegt der Day Ahead Base für den 28.05.2026 bei 122,32 EUR/MWh. Die Preisspanne ist außergewöhnlich groß. Der niedrigste Viertelstundenpreis liegt bei minus 0,03 EUR/MWh, der höchste bei 468,31 EUR/MWh. Daraus ergibt sich ein Spread von 468,34 EUR/MWh. 

In Österreich liegt der Day Ahead Base für morgen bei 116,61 EUR/MWh. Der niedrigste Viertelstundenpreis beträgt 0,00 EUR/MWh, der höchste 383,39 EUR/MWh. Damit ergibt sich ein Spread von 383,39 EUR/MWh. Auch hier zeigt sich eine sehr ausgeprägte Intraday Struktur, allerdings ohne negative Preise.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 122,32 EUR/MWh
Österreich: 116,61 EUR/MWh