Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!
Fester Wochenstart
Tagesanalyse vom 26.05.2026, Erstellung um 15:17 Uhr, Veröffentlichung um 16:00 Uhr
Terminmarkt
Der Terminmarkt startete heute sehr fest in die neue Woche. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE legte deutlich zu und notierte zuletzt bei 92,56 EUR/MWh. Gegenüber dem vorherigen Schlusskurs von 90,69 EUR/MWh entspricht das einem Anstieg von 2,23 EUR/MWh beziehungsweise 2,46 Prozent. Bereits der Handelsverlauf zeigt die klare Aufwärtsdynamik: Nach einer Eröffnung bei 90,69 EUR/MWh stieg der Kontrakt bis auf 92,60 EUR/MWh und hielt sich bis zum Nachmittag nahe am Tageshoch.
Getragen wurde die Bewegung vor allem durch feste Impulse von Erdgas und CO₂. Beide Märkte verstärkten heute die Risikoprämien im Stromterminmarkt. Zusätzlich bleibt die geopolitische Unsicherheit ein wichtiger Faktor. Je länger die Unsicherheit auf den Energiemärkten anhält, desto größer wird das Aufwärtspotenzial. Für den weiteren Wochenverlauf sind zwar Rücksetzer nach dem starken Wochenstart möglich, das Grundniveau dürfte sich jedoch schrittweise weiter nach oben verschieben.
Erdgas und LNG
Am Erdgasmarkt kam es heute zu einer ausgeprägten Aufwärtsreaktion. Das Lieferjahr 2027 stieg auf 37,00 EUR/MWh und lag damit 1,25 EUR/MWh beziehungsweise 3,49 Prozent über dem vorherigen Schlusskurs von 35,70 EUR/MWh. Der Kontrakt eröffnete bei 35,70 EUR/MWh, erreichte im Tagesverlauf ein Hoch von 37,20 EUR/MWh und gab nur leicht auf 37,00 EUR/MWh nach. Auch der Frontmonat zeigte sich mit 47,550 EUR/MWh sehr fest.
Im Fokus steht weiterhin die geopolitische Lage rund um die USA und den Iran. Der Markt bewertet die Situation derzeit als erhebliches Unsicherheitsrisiko. Zusätzlich richtet sich der Blick auf die Wetterlage. Sollte die aktuelle Hitzewelle länger anhalten, könnten Gas und Kohlekraftwerke stärker zur Deckung der Residuallast benötigt werden, insbesondere wenn Wind und Wasserkraft schwächer einspeisen. Auch die mögliche reduzierte Verfügbarkeit französischer Kernkraftwerke könnte ein unterstützender Faktor werden.
CO₂
Der CO₂ Markt folgte heute dem festen Impuls aus dem Gasmarkt. EUA Dec 27 notierte zuletzt bei 78,04 EUR/t. Nach einer Eröffnung bei 76,92 EUR/t stieg der Markt bis auf 78,47 EUR/t und hielt sich damit deutlich über dem Vortagesniveau. Das Tagestief lag bei 76,65 EUR/t.
Die Aufwärtsbewegung ist vor allem als Reaktion auf die festeren Brennstoffmärkte zu sehen. Bei Hitzewellen erhöht sich die thermische Stromerzeugung und damit die Relevanz von CO₂ im Strompreiskomplex. Zusätzlich wirken die wetterbedingten Faktoren unterstützend. Weniger erneuerbare Einspeisung infolge der Hitzewelle und eine mögliche stärkere Fahrweise fossiler Kraftwerke erhöhen die Nachfrageerwartung nach Emissionszertifikaten. Kurzfristig bleibt CO₂ damit gut unterstützt und verstärkt den Aufwärtsdruck im Stromterminmarkt.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für den kommenden Liefertag eine stark ausgeprägte Badewannenkurve. In den kommenden zwei Tagen wird eine hohe PV Einspeisung erwartet, während der Wind zunächst etwas zunimmt, anschließend aber wieder auf ein niedriges Niveau zurückfällt. Dadurch entsteht ein sehr deutlicher Unterschied zwischen den günstigen Mittagsstunden und den teuren Randstunden.
In Deutschland liegt der Day Ahead Basepreis bei 97,87 EUR/MWh. Der niedrigste Viertelstundenpreis beträgt minus 3,46 EUR/MWh, der höchste Viertelstundenpreis erreicht 272,17 EUR/MWh.
In Österreich liegt der Day Ahead Basepreis bei 100,66 EUR/MWh. Der niedrigste Viertelstundenpreis beträgt minus 1,01 EUR/MWh, der höchste Viertelstundenpreis liegt bei 279,78 EUR/MWh. Der Spread beträgt damit 280,79 EUR/MWh.
Insgesamt bleibt der kurzfristige Strommarkt zweigeteilt. Mittags drückt die hohe PV Einspeisung die Preise zeitweise leicht unter null, während die Abendstunden sehr teuer bleiben. Damit dominieren nicht nur das durchschnittliche Preisniveau, sondern vor allem die starke Intraday Volatilität und die Flexibilitätsknappheit das Marktbild.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
Deutschland: 97,87 EUR/MWh
Österreich: 100,66 EUR/MWh
Stand 15:49 Uhr