Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute vor dem verlängerten Wochenende insgesamt wenig aktiv. Der deutsche Stromterminmarkt blieb dennoch gut unterstützt, da die Unsicherheit über die weitere fundamentale Entwicklung eine stärkere Korrektur verhinderte. Der Cal 27 Phelix DE fiel am Morgen zunächst auf 91,64 EUR/MWh zurück, konnte sich anschließend aber wieder erholen und handelte im weiteren Verlauf weitgehend seitwärts im Bereich der Marke von 92 EUR/MWh.
Die Bewegung zeigt, dass der Markt kurzfristig zwar wenig neue Impulse verarbeitet, die Risikoprämie aber bestehen bleibt. Neben geopolitischen Unsicherheiten bleibt vor allem der Blick auf mögliche Auswirkungen von Trockenheit und Hitze in den kommenden Wochen relevant.
Erdgas und CO₂
Am Gasmarkt blieb die Lage von widersprüchlichen Meldungen rund um ein mögliches Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und Iran geprägt. Gleichzeitig hält die Diskussion über das angemessene Preisniveau bei Erdgas an. In Asien ist die LNG Nachfrage aktuell gedämpfter, da teilweise durch andere Energieträger substituiert wird. Dieses Bild könnte sich jedoch rasch ändern, falls Hitze und Trockenheit in Asien oder Europa die Stromnachfrage erhöhen und damit zusätzlichen Brennstoffeinsatz notwendig machen.
Der Handel war auch hier vom bevorstehenden langen Wochenende geprägt. Das Frontjahr eröffnete im Bereich von 37 EUR/MWh, stieg zwischenzeitlich auf rund 37,40 EUR/MWh und gab anschließend wieder in Richtung 37 EUR/MWh nach - aktuell bei rund 36,80 EUR/MWh. Damit zeigt sich Gas kurzfristig seitwärts, bleibt aber aufgrund der wetterbedingten Risiken und der geopolitischen Unsicherheit fundamental unterstützt.
Der CO₂ Markt eröffnete zunächst schwächer, konnte sich im Vormittagshandel jedoch rasch erholen. Vor dem Wochenende wurden offenbar Positionen geschlossen, was zusätzlichen Aufwärtsdruck erzeugte. Der EUA Preis stieg zunächst in den Bereich von 75,80 EUR/t, kühlte danach wieder ab und handelte längere Zeit seitwärts im Bereich von 75,00 bis 75,30 EUR/t. Im schwächeren Nachmittagshandel kam es nochmals zu einem Anstieg in den Bereich von 76 EUR/t. Insgesamt bleibt CO₂ stabil unterstützt.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein sehr volatiles Bild mit deutlich negativen Preisen in den Mittagsstunden und sehr hohen Preisen am Abend. Das Wochenende bringt eine geringere Nachfrage, während die PV Einspeisung weiter zunimmt. Gleichzeitig bleibt die Windeinspeisung niedrig.
In Deutschland liegt der niedrigste Viertelstundenpreis für den Liefertag 23.05.2026 bei minus 36,65 EUR/MWh, der höchste Wert bei 190,31 EUR/MWh. Daraus ergibt sich ein Spread von 226,96 EUR/MWh. In Österreich fällt der niedrigste Viertelstundenpreis mit minus 36,71 EUR/MWh ähnlich aus, während der Höchstwert bei 196,81 EUR/MWh liegt. Der Spread beträgt damit 233,52 EUR/MWh.
Die negativen Preise sind vor allem Ausdruck einer hohen PV Einspeisung bei gleichzeitig reduzierter Wochenendnachfrage. Am Abend bleibt die Situation dagegen angespannt, da die fehlende Windproduktion die Preise deutlich nach oben treibt.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
Deutschland: 79,78 EUR/MWh
Österreich: 82,90 EUR/MWh
Stand 15:45 Uhr