Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute vor dem Pfingstwochenende außergewöhnlich ruhig. Die Handelsaktivität blieb sehr gering, wodurch einzelne Impulse nur begrenzt Aussagekraft hatten. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE testete im Tagesverlauf erneut die aktuelle Untergrenze des Trendkanals bei 91,61 EUR/MWh, prallte dort jedoch ab und stabilisierte sich anschließend seitwärts im Bereich um 92 EUR/MWh. Am Nachmittag setzte dann wieder ein leichter Anstieg ein, sodass der Kontrakt zuletzt bei 92,60 EUR/MWh handelte.
Damit bestätigte sich erneut ein Muster, das bereits im Wochenverlauf mehrfach zu beobachten war. Rücksetzer an die untere Begrenzung wurden zunächst aufgefangen, während Anschlussdynamik nach oben nur begrenzt zustande kam. Insgesamt bleibt der Markt technisch gut unterstützt, allerdings fehlt vor dem langen Wochenende ein klarer fundamentaler Auslöser für größere Bewegungen.
Erdgas und LNG CO₂
Am Gasmarkt blieb der Handel ebenfalls sehr dünn. Das Lieferjahr 2027 bewegte sich verhalten im Plus und notierte zuletzt bei 37,80 EUR/MWh. Die Marktstimmung bleibt jedoch angespannt, da die fundamentale Situation weiterhin schwer einzuschätzen ist. Die Speicherstände liegen aktuell bei 36,9 Prozent und damit 8,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahr sowie 13,8 Prozentpunkte unter dem Fünf Jahres Durchschnitt. Dadurch bleibt der Markt anfällig für Risikoprämien, auch wenn kurzfristig nur wenig Aktivität zu beobachten ist.
Aus fundamentaler Sicht besteht weiterhin Aufwärtspotenzial. Selbst im Fall einer schnellen geopolitischen Entspannung wäre inzwischen viel Zeit vergangen, um Lieferströme kurzfristig wieder vollständig zu normalisieren. Gleichzeitig muss der Markt zu einem späteren Zeitpunkt zusätzliche Mengen absichern, was bei geringer Liquidität unterstützend auf die Preise wirken kann. Der heutige Handel wirkte daher weniger richtungsweisend, sondern eher abwartend bei weiterhin erhöhtem Absicherungsbedarf.
CO2
Der CO₂ Markt zeigte sich ebenfalls ruhig. Die EUAs handelten weitgehend stabil im Bereich um 75 EUR/t. Der heutige Preiskorridor lag zwischen rund 75 EUR/t und 75,77 EUR/t, der aktuelle Preis bei 75,30 EUR/t. Auch hier blieb die Aktivität gering. Kurzfristig dominiert damit eine seitwärts gerichtete Bewegung auf dem bestehenden Niveau, ohne dass neue Impulse eine klare Trendfortsetzung ausgelöst hätten.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt steht für morgen eine klassische Duck Curve im Vordergrund. Das Marktbild bleibt geprägt von wenig Wind und hoher PV Einspeisung. Gleichzeitig dämpfen die Ferien in Bayern und Baden Württemberg die Nachfrage zusätzlich. Dadurch entstehen deutliche Preisunterschiede zwischen den PV Stunden und den übrigen Tageszeiten.
Während die Preise in den sonnenreichen Stunden stark unter Druck geraten und in einzelnen Viertelstunden in Deutschland bis auf null fallen, bleiben die Preise außerhalb der PV Stunden deutlich höher. Negative Viertelstunden treten nach den vorliegenden Angaben in Deutschland morgen noch nicht auf, allerdings zeigt die Preisstruktur klar, dass der Markt bereits in Richtung sehr niedriger beziehungsweise negativer Preisphasen tendiert. Besonders über das Pfingstwochenende dürfte dieses Muster relevant bleiben, sofern hohe PV Einspeisung auf gedämpfte Nachfrage und schwache Windproduktion trifft.
Für Österreich ergibt sich ein ähnliches Bild, wobei das durchschnittliche Preisniveau leicht über Deutschland liegt. Die Day Ahead Auktion zeigt dennoch für beide Märkte ein weiterhin hohes Tagesmittel, da die teureren Stunden außerhalb der PV Erzeugung die sehr niedrigen Mittagswerte deutlich überlagern.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
Deutschland: 106,35 EUR/MWh
Österreich: 108,45 EUR/MWh