Der wilde Westen der Energiewirtschaft
Aktuelle Marktsituation
Der europäische CO₂-Markt bewegt sich weiterhin in einer engen Handelsspanne. Der Dezember-2026-EUA-Kontrakt notierte am jüngsten Handelstag zuletzt bei 85,71 EUR/t und damit nahezu unverändert zum Vortag. Im Tagesverlauf bewegte sich der Preis zwischen 85,48 und 86,56 EUR/t. Damit bleibt der Bereich um 85 EUR/t eine wichtige Unterstützung. Auf der Oberseite stoßen die Preise dagegen spätestens im Bereich von 88 EUR/t weiterhin auf Widerstand.
Auch etwas niedrigere Gas- und Strompreise konnten zuletzt keine klare Richtung vorgeben. Der Markt befindet sich damit weiterhin in einer Seitwärtsbewegung.
Daten, Trends, Einordnung
Auch die Positionierung der Investmentfonds liefert derzeit kaum neue Impulse. Laut aktuellem CoT-Bericht blieb die Netto-Longposition gegenüber der Vorwoche nahezu unverändert bei rund 37 Mio. t CO₂. Netto-Long bedeutet, dass die Fonds insgesamt mehr Positionen auf steigende als auf fallende Preise halten. Seit Jahresbeginn ist diese Position allerdings um rund 90 Mio. t zurückgegangen. Das zeigt, dass spekulative Marktteilnehmer deutlich vorsichtiger geworden sind.
Auch der Verfall der Oktober-Optionen verlief aufgrund des geringen offenen Volumens ohne größere Marktbewegungen. Die wöchentlichen EUA-Auktionen zeigten ebenfalls kein klares Bild zwischen stärkerer Nachfrage und Verkaufsdruck.
Kurzer Ausblick
Kurzfristig bleiben die Energiemärkte wichtig. Weniger Wind- und Solarstrom in Deutschland könnte die fossile Stromerzeugung und damit die Nachfrage nach CO₂-Zertifikaten erhöhen. Eine höhere erneuerbare Erzeugung in Frankreich sowie die gute Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke wirken dagegen dämpfend. Ohne neue Impulse dürfte sich der EUA-Preis zunächst weiter zwischen rund 85 und 88 EUR/t bewegen.