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Erdgas + LNG
Gaspreise korrigieren deutlich

Erdgas und LNG Analyse

22.09.2026

Gaspreise korrigieren deutlich

Wetterprognosen entlasten den Frontmarkt, während geopolitische Risiken und mögliche Einschränkungen bei US-LNG die längerfristigen Kontrakte weiter stützen.

Aktuelle Marktsituation

Der europäische Gasmarkt ist zum Wochenauftakt deutlich schwächer. Der Jahrespreis fiel auf 57,00 EUR/MWh und damit um 3,92 %. Der TTF-Spotpreis gab um 5,61 % auf 74,28 EUR/MWh nach. Entlastend wirken vor allem die aktuellen Wetterprognosen auf den Frontmarkt. Gleichzeitig folgt die Bewegung auf den starken Preisanstieg der vergangenen Woche, als die Eskalation im Nahen Osten zu einer deutlich erhöhten Risikoprämie geführt hatte.

Die EU-Gasspeicher sind mit 69,9 % gefüllt. Damit liegt die Entwicklung weiterhin nahe an der Prognose von rund 72 % bis Ende September. Die Speicherlage bleibt damit relevant für die weitere Beschaffung, belastet den Markt kurzfristig aber weniger als die geopolitische Nachrichtenlage.

Diese bleibt angespannt. Die Meldung über den Beschuss eines LNG-Tankers in der Straße von Hormus unterstreicht die Risiken für die LNG-Versorgung. Zudem könnte die Hormus-Krise einzelne Ausbauprojekte in Katar verzögern. Gleichzeitig baut sich aktuell ein tropischer Sturm auf, der sich zu einem Hurrikan entwickeln könnte. Dadurch könnten US-LNG-Transporte zeitweise eingeschränkt werden. Damit bestehen neben den Risiken im Nahen Osten zusätzliche Unsicherheiten für die kurzfristige LNG-Verfügbarkeit.

Perspektivisch stützt die globale Projektpipeline das Angebot, insbesondere durch zusätzliche LNG-Kapazitäten in den USA und Katar. Hohe US-Gasmengen, teilweise als Begleitprodukt der Ölförderung, unterstützen dabei grundsätzlich die LNG-Produktion.

Kurzer Ausblick

In den kommenden Tagen dürfte der Markt weiter nach einem neuen Preisniveau suchen. Kurzfristig bleiben Wetter und Speicherentwicklung zentrale Faktoren für den Frontmarkt, während Jahresprodukte stärker auf geopolitische Nachrichten reagieren dürften. Nach der jüngsten Korrektur bleibt der Markt nachrichtenanfällig. Eine erneute Eskalation im Nahen Osten oder Einschränkungen bei US-LNG-Transporten infolge eines möglichen Hurrikans könnten die Gaspreise wieder nach oben treiben.

Erdgas-Speicher-Volumen EU
Erdgas TTF Cal 27