Der wilde Westen der Energiewirtschaft
Aktuelle Marktsituation
Der europäische CO₂-Markt zeigte sich in der vergangenen Woche weiterhin robust. Der Dezember-2026-EUA-Kontrakt konnte sich von der Unterstützung im Bereich von rund 82 EUR/t lösen und wieder über die Marke von 84 EUR/t steigen. Damit behaupten sich die CO₂-Preise trotz Veränderungen an den Energiemärkten auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Unterstützend wirken vor allem die deutlich gestiegenen Gaspreise.
Daten, Trends, Einordnung
Der europäische Gasmarkt steht derzeit stärker im Fokus. Steigende Gaspreise können dazu führen, dass bei der Stromerzeugung wieder stärker auf emissionsintensivere Kohle zurückgegriffen wird. Dies würde den Bedarf an CO₂-Zertifikaten erhöhen und könnte die EUA-Preise weiter stützen.
Auf der Angebotsseite sind die Auktionsmengen nach den niedrigeren Volumina im Juli und August wieder gestiegen. Gleichzeitig haben Investmentfonds ihre Netto-Longpositionen weiter reduziert. Bislang hat dieser Positionsabbau jedoch keinen deutlichen Verkaufsdruck ausgelöst. Der Bereich um 82 EUR/t erwies sich weiterhin als stabile Unterstützung.
Kurzer Ausblick
Kurzfristig bleibt das Umfeld für den CO₂-Markt eher unterstützend. Vor allem die Entwicklung der Gaspreise dürfte die Richtung vorgeben. Solange der EUA-Kontrakt oberhalb von rund 82 EUR/t bleibt, ist ein erneuter Anstieg beziehungsweise eine Stabilisierung oberhalb von 84 EUR/t möglich. Höhere Auktionsmengen könnten das Aufwärtspotenzial allerdings begrenzen.