Der wilde Westen der Energiewirtschaft
Aktuelle Marktsituation
Nach mehreren festen Handelstagen hat der europäische CO₂-Markt am gestrigen Mittwoch deutlich nachgegeben. Der EUA-Dezember-2026-Kontrakt schloss bei 82,81 EUR/t und damit 1,61 EUR/t beziehungsweise 1,91 % unter dem Vortag. Zuvor hatte der Preis am Dienstag noch ein Vier-Wochen-Hoch von knapp 84,70 EUR/t erreicht. Am Mittwoch zeigte sich jedoch erneut Widerstand im Bereich um 85 EUR/t. Im Tagesverlauf fiel der Kontrakt bis auf 82,45 EUR/t zurück.
Daten, Trends, Einordnung
Trotz des Rückgangs bleibt der Markt oberhalb der wichtigen Unterstützungszone von etwa 81 bis 82 EUR/t. Der Ein-Monats-Durchschnitt liegt aktuell bei 82,16 EUR/t.
Unterstützung kommt weiterhin von den Auktionen. Die angebotenen Mengen sind in dieser Woche mit rund 7,5 Mio. t etwa 18 % niedriger als in der Vorwoche. Gleichzeitig zeigen die Auktionen eine solide Nachfrage.
Auch Kraftwerksbetreiber sorgen für Kaufinteresse. Eine aktuell attraktive Kohleverstromung kann den Bedarf an CO₂-Zertifikaten erhöhen. Dagegen wirken niedrigere Gaspreise und eine insgesamt schwächere konventionelle Stromerzeugung eher belastend.
Investmentfonds reduzierten ihre Netto-Longposition zuletzt um weitere rund 2 Mio. t. Dass der Markt dennoch vergleichsweise stabil bleibt, zeigt, dass Verkäufe bislang auf ausreichende Nachfrage treffen.
Kurzer Ausblick
Kurzfristig dürfte der Bereich von 81 bis 82 EUR/t entscheidend bleiben. Hält diese Unterstützung, ist eine erneute Bewegung in Richtung 84 bis 85 EUR/t möglich. Mit dem Ende der Sommerferien dürfte zudem die Handelsaktivität wieder zunehmen, wodurch stärkere Preisbewegungen wahrscheinlicher werden.