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Der Handelstag
Sommerhandel - Preis steigt
  • Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte! 
von Andreas Forster
18.08.2026

Aktualisiert: 21:00 Uhr

Terminmarkt

Der Terminmarkt zeigt sich heute trotz weiterhin geringer Handelsaktivität deutlich fester. Der deutsche Jahreskontrakt Cal 2027 notiert bei 108,60 EUR/MWh und damit rund 1,8 Prozent über dem vorherigen Schlussniveau. Nach einem Handelsstart bei 107,21 EUR/MWh stieg der Kontrakt im Tagesverlauf bis auf 108,81 EUR/MWh und bewegt sich damit am Abend weiterhin nahe seinem Tageshoch.

Maßgeblicher Treiber ist die erneut deutlich gestiegene geopolitische Risikoprämie. US Präsident Trump erklärte heute, dass derzeit keine Gespräche mit Iran stattfinden und auch keine weiteren Gespräche geplant seien. Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten über die tatsächliche Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Der Ölmarkt reagierte entsprechend fest, Brent schloss knapp oberhalb von 91 USD pro Barrel.

Erdgas und LNG

Auch am Gasmarkt bleibt die geopolitische Lage der entscheidende Risikofaktor. Das Lieferjahr 2027 notiert bei 44,55 EUR/MWh und damit nahe dem Tageshoch von 44,58 EUR/MWh. Im Tagesverlauf bewegte sich der Kontrakt zwischen 44,10 EUR/MWh und 44,58 EUR/MWh. Der Frontmonat liegt mit 62,37 EUR/MWh weiterhin auf einem deutlich höheren Niveau.

Fundamental haben sich die Rahmenbedingungen heute nur begrenzt verändert. Gleichzeitig nimmt die politische Unsicherheit wieder zu. Iran hält nach eigenen Angaben an der Schließung der Straße von Hormus fest, solange zentrale Forderungen gegenüber den USA nicht erfüllt werden. Trump wiederum erklärte die Wasserstraße für geöffnet und schloss vorerst weitere Gespräche mit Teheran aus. Die tatsächlichen Schiffspassagen bleiben laut aktuellen Daten stark eingeschränkt.

Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch Trumps Drohungen gegenüber Oman im Zusammenhang mit dessen Gesprächen mit Iran über die künftige Kontrolle und Nutzung der Straße von Hormus. Für den europäischen Gasmarkt bleibt damit vor allem das Risiko weiterer Einschränkungen der Öl und LNG Transporte entscheidend. 

CO₂

Der CO₂ Markt bleibt innerhalb seines etablierten Preiskorridors, zeigte im Tagesverlauf jedoch eine deutliche Erholung. Der EUA Dezember 2026 Kontrakt notiert aktuell bei 82,24 EUR/t. Nach einem Rückgang auf 81,17 EUR/t am Vormittag setzte im weiteren Tagesverlauf eine klare Gegenbewegung ein, die den Preis bis auf 82,26 EUR/t führte.

Damit wurden die zwischenzeitlichen Verluste nahezu vollständig aufgeholt. Trotz weiterhin begrenzter Handelsaktivität zeigt die schnelle Erholung, dass auf niedrigerem Niveau Kaufinteresse vorhanden bleibt. Kurzfristig ist daher von einer seitwärts bis leicht festen Entwicklung innerhalb der bisherigen Handelsspanne auszugehen.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt bleibt das Preisniveau für den morgigen Liefertag hoch. Wind und Solarproduktion erreichen morgen in der jeweiligen Tagesspitze rund 20.000 MW. Trotz dieser Einspeisung reicht das Angebot nicht aus, um das Preisniveau deutlich zu entlasten. Negative Stundenpreise treten nicht auf.

In Deutschland bewegen sich die Stundenpreise zwischen 123,80 EUR/MWh und 221,78 EUR/MWh. Daraus ergibt sich ein hoher Spread von 97,98 EUR/MWh. Auch Österreich bleibt durchgehend positiv und weist eine Preisspanne von 123,28 EUR/MWh bis 221,78 EUR/MWh auf. Die hohen Spitzenpreise zeigen, dass insbesondere in Stunden mit geringerer erneuerbarer Einspeisung weiterhin ein hoher Bedarf an konventioneller Erzeugung besteht.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

• Deutschland: 166,03 EUR/MWh
• Österreich: 167,21 EUR/MWh